Januar 08, 2016

Aus Blogs und Presse im Jan '16

(12. Januar 2015)

Infantiler deutscher Moralismus
Eigentlich wollte ich mit ein oder zwei Zitaten per Twitter auf einen Text von Heinz Theisen auf der Achse des Guten hinweisen. Schnell zeigte sich aber, ich hätte die Hälfte des umfangreichen Artikels zitieren müssen, wenn ich alle die wichtigen und richtigen Schlüsse des Autors angemessen würdigen möchte. »Jenseits von Links und Rechts« wurde als Überschrift verwendet, und ist durchaus treffend, weil die Schwierigkeiten derer die in diesem Denken verhaftet sind, überaus deutlich werden. Die derzeitige gesellschaftliche Beunruhigung entzieht sich diesem Klassifizierungsschema. Wenn überhaupt noch etwas passt, will man zwei sich konträr gegenüberstehende Gruppen konstruieren, dann ist es die Unterscheidung zwischen Kulturoptimisten und Skeptikern interkultureller Vermischbarkeit.

Dies ist nur ein Aspekt der Darstellung, die Ausführungen sind vielfältiger, es ist unmöglich hier auf alle Punkte einzugehen. Abschießend nur noch eines, Theisen zitiert den Philosophen Rüdiger Safranski, der einen speziell deutschen Moralismus erkannt zu haben scheint, der mit infantiler Weltfremdheit einhergeht. Genau dies sprach ich mit meinen Worten ebenfalls an, als ich meinte, dass die Deutschen sich immer gerne anders sehen, als sie sind. Doch das trifft natürlich nur auf den vergangenen Mainstream zu, und diesbezüglich ändert sich gerade einiges.

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(08. Januar 2015)

Zwei Zitate zum Tag:
Aus: »Der Silvesterskandal – Wer schützt uns noch?« phoenix Runde spezial, Do. 07.01.15, 21.45 - 22.30 Uhr, Wdh. Fr. 08.01.16, 09.30 Uhr.

Franziska Giffey (Bezirksbürgermeisterin Neukölln): „Fakt ist, über 75% der Intensivstraftäter haben einen arabischen Hintergrund. Es gab Zeiten, in denen sie das eigentlich nicht laut sagen durften.“

Prof. Christian Pfeiffer (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen): „Die ersten beiden Interviews die ich dem Fernsehen über Köln geben durfte, da fragten mich die Journalisten: „Bitte, reden Sie nicht über Flüchtlinge.“ Da habe ich gesagt: Dann brauche ich gar nicht anfangen, dann ist das das Ende des Interviews.“

Wir haben offensichtlich keine Lügen- sondern eine Hosenscheißerpresse, eine die Angst hat Wahrheiten und Tatsachen zu beschreiben.

Video der Sendung bei Youtube:


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Aus Blogs und Presse im Dezember '15
Aus Blogs und Presse im November '15
Aus Blogs und Presse im Oktober '15

Kommentare :

  1. @Quentin

    Was ich zum Thema Integration interessant finde ist die Frage, ob sich denn sagen wir 100.000 Deutsche in Syrien integrieren würde und nach einer überschaubaren Zeit von sagen wir 5 Jahren die dortigen Werte teilen und annehmen würde.

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    1. Günter,

      Syrien weiß ich nicht, doch die Deutschen die ich in Ägypten kennen gelernt habe, die respektieren und achten die dortige Gesellschaft, würden sich aber nie als Teil derer bezeichnen. Die bleiben Deutsche mit ihrem persönlichen Wertegerüst und ihrer Mentalität. Ich denke, Integration klappt nur dort einigermaßen, wenn die Mentalitäten weitestgehend kompatibel sind. Wie beispielsweise in Westeuropa untereinander. Mit Osteuropa wird es schon schwierig, geht aber noch. Sowenig wie die Deutschen sich dort in arabischen Ländern integrieren können, sowenig geht das umgekehrt. Von Ausnahmen natürlich abgesehen, aber das ist dann meist eine individuelle Mentalitätsfrage.

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  2. Man wusste ja schon seit einer Weile, dass in diesem Land so einiges schiefläuft. Aber jetzt, nach den Ereignissen in Köln und all den anderen Städten, ist man nur noch schockiert und fragt sich: Was ist nur mit unseren Medien los? Ich glaube die sind alle verrückt! Belügen uns, verheimlichen Dinge oder berichten erst gar nicht! Nur um den "Rechtspopulisten" nicht in die Hände zu spielen??? Wie krank sind die denn alle??? Wie lange wollen die noch so weitermachen? Zur Not auch bis zum totalen Kollaps? Da sehe ich auch keinen Unterschied mehr zu Hitler! Auch der saß doch bestimmt bis zum Schluss im Bunker und faselte vor sich hin:

    Wir schaffen das, wir schaffen das, wir schaffen das...

    Wie können viele Medien und Politiker die grausame Nacht von Köln nur mit dem Oktoberfest vergleichen?! Denken die ernsthaft, wir Bürger glauben ihnen diese Scheiße?! Damit verhöhnen die nicht nur die Opfer der sexuellen Übergriffe in Köln, sondern beleidigen auch die Intelligenz von Millionen Bundesbürgern! Da platzt einem doch der Kragen! Jetzt wird der Polizei der schwarze Peter zugeschoben, ein paar Leute drehten von ihren Ämtern zurück oder werden noch entlassen und dann? Geht der ganze Wahnsinn einfach so weiter??? Und klar stehen 2016 ein paar Landtagswahlen an, aber werden die wirklich was bewirken? Die AfD wird sicherlich den Sprung in einige (oder auch alle) Landtage schaffen, aber was soll das schon groß ändern?! Und die Bundestagswahl ist auch noch in weiter Ferne! Bis dahin müssen wir uns also noch gedulden? Wenn die Regierung ihre Politik nicht ändert, kommen bis dahin noch mal gut 1,5 - 2 Mio. neue Flüchtlinge zu uns? Wie soll das nur alles gut gehen? Wenn es jetzt schon überall knallt! Ich glaub, ich dreh noch durch!

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  3. @Quentin

    Ja, ich denke man kann an Frankreich und Schweden empirisch gut sehen, dass Integration ein Mythos ist. Nach 20 Jahren Multikultimärchen erzählen uns die Medien und die Experten jetzt das Integrationsmärchen.
    Die Dame von der Welt sagte: Wir linken wollen die alle aufnehmen. Das ist also ein politischer Wille illegale Einwanderung zu dulden. Dann ist es auch legitim das nicht zu wollen.
    Warum es rassistisch oder rechts sein soll, wenn man keine illegale Einwanderung will erschließt sich mir nicht.
    Warum gibt es dazu eigentlich keine Forderung nach Volksabstimmung, ob die Deutschen diese illegale Einwanderung wollen. ansonsten hört man das von den Grünen und Linken doch immer dass sie mehr direkte Demokratie wollen.

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    1. Ob Integration ein Mythos ist, hängt wohl davon ab, wie man Integration definiert. Und da muss ich ehrlich sagen, dass ich da eine passende Definition nicht kenne oder bisher gehört habe. Ist eine Person integriert, wenn sie zum Durchschnitt einer Gesellschaft gehört, also quasi zum Max Mustermann wurde? Ist sie integriert, wenn seine Umgebung ihn in Ordnung findet, und mit ihm ein Bier (oder Apfelschorle) trinken würde? Ich weiß es nicht. Trotzdem trägt jeder seine eigene Vorstellung von Integration in sich. Ich ebenfalls. Nach meinen Vorstellungen von Integration müsste ich auch sagen, dass viele Deutsche nicht in unserer Gesellschaft integriert sind, sich selbst als Außenseiter sehen, auch nicht viel mit ihr zu tun haben wollen.

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  4. @Ronald Proll

    was hätten denn die Medien gemacht, wenn die Polizei in einer sehr frühen Phase zum Beispiel mit Schlagstöcken präventiv dazwischen gegangen wäre und einen illegalen Einwanderer verletzt hätte. Ich schätze es hätte keine Stunde gedauert und unsere Medien wären über die Polizei hergezogen, dass sie das unnötig eskaliert hätten. Die Grünen und die Linken hätten Polizeigewalt angeprangert wie es ja bei linken und antikapitalistischen G7 Demonstrationen in der Presse übliche Praxis ist, wenn die Polizei Gewalt einsetzt.


    Nein die Bürger glauben das nicht mehr was ihnen unsere Medien auftischen. Schon lustig wie unsere öffentlich-rechtlichen über Polen herziehen. Als ob der ZDF Intendant unabhängig von der Politik besetzt würde.
    Interessant ist auch, dass man als Polen noch Diktatur war so negative Berichte über das Land nicht lesen konnte.

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    1. Ja, oder stellen sie sich mal vor, ein paar Deutsche hätten Schwule oder Lesben beim Christopher Street Day auch "nur" bepöbelt oder leicht geschubst! ARD und ZDF, die Grünen (allen voran Claudia Roth und Volker Beck) und die großen Medien hätten die Taten sowas von verurteilt und man würde im Fernsehen einen Brennpunkt, ein ZDF-Spezial nach dem anderen senden. Und das spätestens 1 Stunde nachdem es passiert ist und nicht erst eine Woche danach! "Weil man ja erst ordentlich recherchieren muss, um fair und objektiv berichten zu können." Nein, man hätte wieder auf uns deutsche Bürger eingedroschen, hätte uns alle zu Schwulen- und Lesbenhasser erklärt und neue, härtere Gesetze gefordert, damit wir Unmenschen alle endlich begreifen, dass es so nicht weitergehen kann.
      Da aber in Köln (und anderswo) die Täter Flüchtlinge waren und die Opfer "nur" deutsche Frauen (auch Männer), braucht man ja kein Fass aufzumachen, ja am besten braucht man erst gar nicht darüber zu berichten! War doch alles eh nicht so schlimm! Sowas passiert doch bei jedem Schützenfest! Die bösen Rechten wollen nur wieder was aufbauschen.

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  5. Interessant ist noch dass die Dame von der Welt sagte, dass sie nicht sieht dass sie mit einem Filter berichtet wie die Bevölkerung das anscheinend befürchtet. Im Grunde beweist sie, dass sie nicht zur Selbstreflexion fähig ist und dass sie noch nicht mal die Ausbildung hat sich selbstkritisch zu hinterfragen.
    Genau das ist aber der Filter. Ein kritischer Journalist kann man nur sein, wenn man die eigene Position hinterfragt.
    Die Dame zeigte, dass das nicht mit Absicht geschieht. Die Journalisten bemerken ihren subjektiven Filter nicht. Der blinde Fleck ist Riesengroß. Ich denke das ist ein Ausbildungsdefizit.

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  6. Diese Hannah Lühmann, von der Welt, gibt schon eine traurige Figur ab. Aber vielleicht zeigt sie damit auch exemplarisch, wie sie Menschen in einer Meinungsblase einrichten. Bei Journalisten darf dies natürlich nicht vorkommen,

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    1. Da ist sie nicht die einzige. Ist schon traurig, welch katastrophales Bild die meisten "Journalisten" in diesen Tagen abgeben. Auch die Kommentare bei den Tagesthemen (Wizoreks weltfremdes Blabla im ZDF will ich erst gar nicht groß kommentieren) zu den Übergriffen in Köln waren einfach nur unterirdisch. Wenn Frau Reschkes Rat an uns alle nun lautet, dass "wir" uns jetzt nicht unseren Ängsten hingeben dürfen, muss das für die Opfer von Köln wie ein Schlag ins Gesicht sein. Auch die Aussage, dass "wir" uns das mit der Integration vielleicht zu schön geredet haben, ist eine bodenlose Frechheit. Heißt das nun, dass "wir" alle mit Schuld sind an den Übergriffen in ganz Deutschland am Silvesterabend (in Bielefeld soll's ja auch richtig schlimm gewesen sein), da "wir" alle ja die Situation völlig falsch eingeschätzt haben? Wie kann man nur so rotzfrech sein?! Wir "Dunkeldeutschen" haben doch schon immer gewarnt vor den Folgen dieser verantwortungslosen Flüchtlingspolitik unserer Regierung! Aber den Kritikern, in Medien-Deutschland auch "Rechtspopulisten" genannt, vielleicht auch mal Recht zu geben und sich für die total einseitige Berichterstattung im vergangenen Jahr zu entschuldigen, kann man natürlich nicht erwarten. Dann lieber weiter schwerste Straftaten wie in Köln verschweigen oder runterspielen, als Fakten und Täter klar zu benennen, um auch ja nicht Pegida und AfD zu stärken. Also ich habe nicht nur mein Vertrauen in diese Leute verloren, sondern auch jeglichen Respekt vor ihnen und ihrer Arbeit.

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  7. @Quentin

    Interessant ist jetzt die undemokratische Feigheit des SWR gegenüber der AfD durch den Druck den die Rot-Grünen Staatsregierungen in RP und BW ausgeübt haben. Was für Feiglinge. Das ist peinlich.

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    1. Hallo Günter,

      Die „Nicht-Einladung“ der AfD zur Elefantenrunde hat nicht nur ein Geschmäckle, wie man hierzulande sagt, sondern das stinkt zum Himmel. Wenn es stimmt, was diesbezüglich berichtet wurde, dass nämlich hier der SWR dies tat weil Grüne und SPD sich geweigert haben an der Runde teilzunehmen wenn die AfD dabei ist, dann muss man den SWR als Verräter an Demokratie und Pluralismus bezeichnen, Grüne und SPD als Gegner des Pluralismus, ja sogar als Gegner der Demokratie.

      Spitzenkandidat der AfD ist Jörg Meuthen, vielleicht hilft dieses Video zu verstehen, warum die Roten und die Grünen so eine Angst vor einer Diskussion mit ihm zu haben. Der taugt nun wirklich nicht als Buhmann:

      https://www.youtube.com/watch?v=2_mkikrmKE8

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  8. @Quentin

    Nun ja. der SWR hat eine feige Entscheidung getroffen. Interessant ist vor Allem, dass die Grünen ein undemokratisches Verhalten an den Tag legen, dass sie in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts bekämpft haben. Insofern sind sie eine autoritäre Partei geworden die Freiheit und Demokratie ihrer Ideologie unterordnen.

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  9. @Quentin

    Im Gegensatz dazu hat Julia Klöckner nun eine mutige und richtige Entscheidung getroffen.
    Dabei haben sich unsere deutschen Politiker und Moralwächter sich als Oberlehrer über die Polen mokiert und sich "Sorgen" gemacht, dass die Politik Einfluss auf den Rundfunk nimmt. Da wäre es besser sie würden sich selbst mal hinterfragen.
    Hut ab.

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