Juli 28, 2016

Über den politischen Charakter des Koran

Dass der Islam eine politische Ideologie ist, wurde schon mehrfach gesagt. Dazu ist es hilfreich, ein bisschen was über den Anfang dieser Religion zu wissen. In einer wirklich sehenswerten Serie, die 2015 auf Arte lief, meint der französische Orientalist Guillaume Dye: „Die Geschichte des Koran ist nur zu verstehen, wenn man berücksichtigt, dass er ein extrem politischer Text ist. Das gilt sowohl für seinen Inhalt als auch auf die Art und Weise wie er eine Verbindung zwischen Gott und seinen Geschöpfen herstellt ...“





Als Leseempfehlung dazu: Islam: Nicht in Mekka und Medina entstanden von Barbara Köster bei Tichys Einblick. Ihre Darstellungen decken sich mit den Aussagen der meisten der 26 Wissenschaftler aus aller Welt, die in der rund sechsstündigen Arte Doko-Serie zu Wort kommen.

Jeder blöde Guido Kopp Film wird tausend mal im TV wiederholt, warum nicht so ein Highlight wie diese Doku-Serie »Jesus und der Islam«.

Über die blutigen innerislamischen Konflikte berichtet Mohammad Ali Amir-Moezzi: „In den ersten zwei bis drei Jahrhunderten erlebte die Gemeinschaft von Mohammeds Anhängern, die erst später Muslime genannt wurden, mehrere Jahrhunderte der Bürgerkriege. Und in dieser Zeit entstanden die heiligen Schriften des Islam. ...
... Die Anfänge des Islam waren also praktisch dreieinhalb Jahrhunderte lang von Bürgerkriegen zwischen Verwandten geprägt, in denen sich Cousins, Brüder und Neffen bekämpften. Solche Gewalttätigkeiten gab es nicht nur im Islam, so etwas geschieht sehr häufig während der Entstehung einer neuen Religion. Charakteristisch für den Islam ist jedoch das Wesen dieser Konflikte. Es handelt sich um regelrechte Bruderkriege die mehrere Jahrhunderte andauerten. Wichtig ist auch, dass genau in dieser Zeit die heiligen Schriften des Islam entstanden, der Qur'an und Hadithe.“




Der Islam ist seinem Charakter nach politisiert, es geht immer um die Macht. Er ist eine Religion des Krieges, wie auch schon Elias Canetti anmerkte.

Kommentare :

  1. Quentin,

    man sieht ganz deutlich an der Entwicklung in der Türkei bzw. auch an der Demonstration heute in Köln, dass die politische Bewegung "Islam", das ist die Vermischung von Religion und Politik, die Menschen an der Basis erreicht und mobilisiert. Das Ziel dieser Bewegung ist nicht eine demokratische Verfassung wie wir sie kennen und wollen.
    Die Analyse des Autors ist richtig. Wer also sagt, dass der Islam zu Deutschland gehöre sagt im Grunde, dass auch dieser politische Islam zu Deutschland gehört.
    Das ist eine politische Bewegung die unsere Verfassung nicht akzeptiert. Im Grunde also eine verfassungsfeindliche politische Bewegung die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit operiert.

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    1. Es ist eine große Illusion, zu meinen, Religionen wären doch alle irgendwie gleich, und könnten, nach entsprechender Auskommentierung, in eine von freiheitlichen Grundwerten überzeugte Gesellschaft eingegliedert werden. Ist eine Religion in Wort, Sinn und Tradition so mit dem Machtwillen verknüpft wie der Islam, ist dies nicht möglich. Ich stimme dir zu, Günter, der Islam ist, so wie wir ihn kennen, verfassungsfeindlich. Wie er sich reformieren könnte, so dass er zu einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft passt, ist mir nicht klar. Im Grund halte ich ihn nicht reformierbar, er würde sich mit einer Reform in diese Richtung selbst widersprechen.

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    2. Die katholische Kirche hat sich ja auch nicht durch Überzeugung reformiert, sondern wurde durch die Säkularisierung unserer westlichen demokratischen Gesellschaften von der Macht abgeschnitten. Das ging ja nicht ohne Widerstand. Vor allem in der Türkei beobachten wir eine Gegenbewegung. Irgendwie ist es ironisch wie gerade Linke eine fundamentalistische verfassungsfeindliche politische Religion umarmen.

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  2. Religion + Macht ist eine ganz unheilige Verbindung. Doch das Problem scheint mir zu sein, dass das Bekenntnis zu einer Religion viel mit Identität zu tun hat und dann schleicht sich geradezu die Machtfrage ein, da Identität oft die Abgrenzung zur Selbstbeschreibung benötigt. Die nächste Frage wäre dann für mich, was geschieht, wenn die Religion in der Selbstbeschreibung der Identität weg fällt: Welche Erklärungen werden dann bestimmend? Ein Blick in die scheinbar vollständig säkularisierten Gesellschaften lässt nicht erkennen, dass rein säkulare Gemeinschaften erstrebenswert sind. Für die Religion wird dann ein Ersatz gefunden, nicht selten in Form einer Ideologie die dann selbst zu einer Art Religion wird.

    Wie steht die Religion zur Macht, und, wie zur Pluralität? Nach diesen zwei einfachen Indikatoren lässt sich die »Menschenfreundlichkeit« beurteilen. Nicht beantwortet wird dabei aber die Frage nach der Identität, sowohl des Individuums als auch der Gesellschaft.

    Ich habe leider keine Antwort auf die vielen Fragen die sich diesbezüglich ergeben, bin noch mit der Versuch des Erkennens beschäftigt, was wohl auch bis zum Ende meiner Tage so bleiben wird.

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