12. November 2015
Zwei Abende mit der AfD
von
Quentin Quencher
Der Rückruf kam promt: „Nein, die Absage hat ganz sicher nichts mit der AfD zu tun, nur er dulde generell keine politischen Veranstaltungen in seinem Lokal.“ Dies erklärte mir der Wirt eines Esslinger Restaurants, der eine Reservierung kurzfristig absagte, als er mitbekam, wer da warum reserviert hatte. Ich hatte per Email um Auskunft gebeten. Was war passiert? Es sollte ein Wahlkreisveranstaltung der AfD zur Wahl eines Wahlkreiskandidaten statt finden, ein Tisch wurde dafür in dem Lokal reserviert, aber nicht mitgeteilt zu welchen Anlass. Das passte dem Wirt nicht und er schmiss kurzerhand die paar Leute wieder raus. Als ich ankam, ich hatte mich als Beobachter angemeldet, standen die schon alle vor der Tür. Es waren nicht viele, vielleicht sechs oder sieben Männer. Mehr Achselzucken als Empörung bei den Hinausgeworfenen, und so verabredete man sich noch zu einen Besuch in einem anderen Esslinger Lokal. Und natürlich zur nächsten Veranstaltung der AfD in Wendlingen, dort sollte Marc Jongen,
7. November 2015
Lehrermeinungen in der Flüchtlingsdebatte
von
Quentin Quencher
Gefunden in der Zeitschrift des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt 3/2015 (PDF-Download)
Allein für zusätzliche Lehrkräfte, die notwendig sind um die 150000 Kinder von Flüchtlingen vernünftig zu unterrichten, werden eine Milliarde Euro benötigt. „Nicht mit gerechnet sind Tausende von Sozialpädagogen und Dolmetschern, die man braucht - dazu Therapeuten, schließlich sind viele dieser jungen Leute traumatisiert“, meint Joseph Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. (Seite 10/11)
Dem Thema Sex und die Flüchtlinge widmet sich der Leitartikel von Dr. Jürgen Mannke, Vorsitzender des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt:
Allein für zusätzliche Lehrkräfte, die notwendig sind um die 150000 Kinder von Flüchtlingen vernünftig zu unterrichten, werden eine Milliarde Euro benötigt. „Nicht mit gerechnet sind Tausende von Sozialpädagogen und Dolmetschern, die man braucht - dazu Therapeuten, schließlich sind viele dieser jungen Leute traumatisiert“, meint Joseph Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. (Seite 10/11)
Dem Thema Sex und die Flüchtlinge widmet sich der Leitartikel von Dr. Jürgen Mannke, Vorsitzender des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt:
3. November 2015
Der Sex und die Flüchtlinge
von
Quentin Quencher
„Knastschwul ist nicht wirklich schwul.“ erklärte mir mein gerade aus dem Knast entlassene Kumpel. Ihn hatte man in Ungarn gegriffen, als der über die Grenze nach Österreich abhauen wollte. Etwas mehr als ein Jahr hatte er bekommen, vielleicht anderthalb, und war dabei recht günstig weg gekommen. Die Ungarn hatten ihn an die DDR ausgeliefert, dort wurde er verurteilt, aber zu einer verhältnismäßig milden Strafe. Warum so milde, wir können nur raten. Nun war er aber erst mal draußen und hatte einen Ausreiseantrag gestellt. Wir aber wollten von ihm als erstes wissen, wie es denn im Knast zugegangen sei. Denn die Drohung dass wir, meine damalige Frau und ich, ebenfalls in den Knast wandern müssten, die war allgegenwärtig. Zwar versuchten wir dem Staat so wenig wie möglich Gelegenheit zu geben, uns wegen irgendwelcher Vorwände einzulochen, doch wer wusste schon genaueres, welche Gedanken und Mutmaßungen in den verqueren Hirnen von Stasi und Genossen entstehen?
2. November 2015
Aus Blogs und Presse im November '15
von
Quentin Quencher
(22. November 2015)
Xavier Naidoo zum Zweiten.
Der Rückzug des NDR für die der Nominierung des Sängers Xavier Naidoo zum ESC hat möglicherweise einen ganz anderen Grund als bislang gemeldet. Focus.de meldet, dass 40 Mitarbeiter der ARD einen Brandbrief an die Sender geschrieben hätten, im dem sie gegen den Sänger Stellung bezogen. Das brisante daran ist, dass es in dem Brief heißt: „Diese Entscheidung beschädigt das Ansehen der ARD und damit unser aller Arbeit nachhaltig.“
Mitarbeiter des öffentlichen Rundfunks sehen das Ansehen ihrer Arbeit beschädigt? Hier drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass diese Mitarbeiter aus einer persönlichen Abneigung, vielleicht weil ihnen nicht passte, dass Naidoo mit einigen Leuten mit komischen Ansichten in Verbindung gebracht wurde, eine Kampagne gegen den Sänger fahren. Dass diese Mitarbeiter ihre eigenen Vorbehalte so massiv bei Entscheidungen des Senders deutlich machen, lässt darauf schließen, dass dies auch bei anderen Themen wie Gesellschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft geschieht. Was verstehen diese Mitarbeiter unter dem Begriff »unsere Arbeit«? Möglicherweise sehen die sich mehr als Propagandasprachrohr denn als Berichterstatter oder Unterhalter.
Nachtrag:
Der Tagespiegel berichtet, dass sich bei den 40 Unterzeichnern um „viele in leitenden Positionen“ befindliche Mitarbeiter gehandelt haben soll. Warum wurde dann aber diese Meldung lanciert, dass man auf Grund von Protesten im Netz Naidoo wieder ausgeladen hätte.
Xavier Naidoo zum Zweiten.
Der Rückzug des NDR für die der Nominierung des Sängers Xavier Naidoo zum ESC hat möglicherweise einen ganz anderen Grund als bislang gemeldet. Focus.de meldet, dass 40 Mitarbeiter der ARD einen Brandbrief an die Sender geschrieben hätten, im dem sie gegen den Sänger Stellung bezogen. Das brisante daran ist, dass es in dem Brief heißt: „Diese Entscheidung beschädigt das Ansehen der ARD und damit unser aller Arbeit nachhaltig.“
Mitarbeiter des öffentlichen Rundfunks sehen das Ansehen ihrer Arbeit beschädigt? Hier drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass diese Mitarbeiter aus einer persönlichen Abneigung, vielleicht weil ihnen nicht passte, dass Naidoo mit einigen Leuten mit komischen Ansichten in Verbindung gebracht wurde, eine Kampagne gegen den Sänger fahren. Dass diese Mitarbeiter ihre eigenen Vorbehalte so massiv bei Entscheidungen des Senders deutlich machen, lässt darauf schließen, dass dies auch bei anderen Themen wie Gesellschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft geschieht. Was verstehen diese Mitarbeiter unter dem Begriff »unsere Arbeit«? Möglicherweise sehen die sich mehr als Propagandasprachrohr denn als Berichterstatter oder Unterhalter.
Nachtrag:
Der Tagespiegel berichtet, dass sich bei den 40 Unterzeichnern um „viele in leitenden Positionen“ befindliche Mitarbeiter gehandelt haben soll. Warum wurde dann aber diese Meldung lanciert, dass man auf Grund von Protesten im Netz Naidoo wieder ausgeladen hätte.
1. November 2015
Winnetou und die virtuellen Welten
von
Quentin Quencher
Winnetou lebt - mal wieder, möchte man anfügen. Am ersten November ist ein Thementag mit zehn Karl May Filmen im 3sat. Nicht lange ist es her, zum Tode von Pierre Brice im Juni, da konnte man die letzte Flut von diesen Filmen zu sehen, aber eigentlich braucht es dafür keinen Anlass, denn im vom Guten träumenden Deutschland ist Winnetou sowieso unsterblich und nur die visuelle Verkörperung in Form des Schauspielers Pierre Briece ist gestoben. Dieser verschmolz aber mit seiner Rolle so sehr, verinnerlichte diese Figur fast genau so, wie es der ursprüngliche Schöpfer dieser Figur, Karl May, mit dem Blutsbruder Winnetous, Old Shatterhand tat. Viele Jahre, Jahrzehnte, ließ der sächsische Schriftsteller seine Fangemeinde glauben, er wäre tatsächlich dieser Abenteurer und Freund Winnetous. Also nicht nur wurde die fiktive, die imaginäre Welt eines Literaten und Künstlers, als reale Welt verkauft, was ja in der Literatur nicht ganz unüblich ist, sondern Karl Mays Avatar, in diesem Falle eben Old Shatterhand oder Kara ben Nemsi, wurden reale Personen, weil sie identisch mit dem Schriftsteller wurden.