15. April 2021

Notizen im April 2021

Donnerstag 15. April 2021


W├Ąhlen zu gehen, gleicht immer mehr dem Einkauf in der DDR. Das was man m├Âchte, steht nicht zur Auswahl.



Selbstgerechtigkeit ist pandemisch derzeit und wird vor allem vom ├Âffentlich rechtlichen Rundfunk verbreitet, schon an den Minen der Nachrichtensprecher zu sehen.



Der Wahlkampf naht, die verwendeten Vokabeln ├Ąndern sich. „Reformieren“ oder „modernisieren“ steht nun wieder hoch im Kurs. Komisch nur, ich verstehe statt dessen immer „drangsalieren“ und „bevormunden“, wenn jemand so im Wahlkampfmodus spricht.



Sich f├╝r unentbehrlich zu halten, ist eine Berufskrankheit von Politikern.

6. April 2021

Die Gem├╝tlichkeit des Mainstream

Meine letzten Jahre in der DDR, bis zur Ausreise 1983, waren gepr├Ągt von einer weitestgehenden Verachtung meiner Mitmenschen f├╝r ihren Opportunismus und ihr Mitl├Ąufertum. Ein paar Freunde, die sich dem widersetzen, waren der einzige Lichtblick. Daf├╝r bin ich viel gescholten worden, teils zu Recht; ich war ein junger Kerl damals und die Differenzierung ist keine St├Ąrke dieses Alters. Dennoch halte ich an diesem Bild fest, bis heute, habe nur etwas mehr Verst├Ąndnis f├╝r die Opportunisten, f├╝r die damals wie f├╝r die heute. So klar es mir in diesen Jahren war, so offensichtlich sind diese Mechanismen der Anpassung auch heute noch wirksam.

1. April 2021

Notizen im M├Ąrz 2021

Der S├Âder als Kanzler w├╝rde f├╝r Kontinuit├Ąt im Bundeskanzleramt stehen, auch ihm glaube ich kein Wort. Das gilt auch f├╝r den Laschet und alle weiteren Kandidaten die derzeit diskutiert werden.


Warum sollte ich Wert darauf legen verstanden zu werden? Das schafft niemand, nicht mal ich selbst. Trotzdem erkl├Ąre ich mich manchmal; dies ist aber nie als unumst├Â├čliche Erkenntnis zu deuten, sondern immer nur ein Etappenziel auf dem Weg der Selbstsuche. Das (f├╝r mich) Interessante bei dieser Betrachtung ist auch, die eigene Ver├Ąnderung zu beobachten. Mit jeder Beobachtung ver├Ąndert sich das Bewusstsein und damit auch der Beobachter selbst. Er ist dann nicht mehr der Gleiche wie vorher. Oder wie es Biermann mal sagte: „Nur wer sich ├Ąndert, bleibt sich treu.“ (aus dem Ged├Ąchtnis)


1. M├Ąrz 2021

Notizen im Februar 2021

Die ├╝berbordende Regulierungswut, nicht nur wegen Corona, l├Âst in mir so langsam eine Allergie gegen alle Regeln aus. Immer schwerer f├Ąllt es mir, mich im Alltag anzupassen. Selbst gew├Âhnliche Dinge, die fr├╝her quasi automatisch geschahen, kosten mich heute ├ťberwindung.


Ich muss mich noch bei einigen Autofahrern bedanken, die mich vorgestern mittels Lichthupe vor zwei mobilen Blitzern gewarnt haben. Das hat mir mindestens 100 Euro Bu├čgeld erspart. Gerne w├╝rde ich die netten Leute auf ein Bier einladen, aber ich kenne sie nicht. Also an Unbekannt: Danke!


Wer in den Kampf zieht, will siegen, hat eine Idee, wie er den Sieg erreichen kann. Beim Kampf gegen Klimawandel oder Corona, so hat es den Eindruck, erlebt die Idee der „verbrannten Erde“ ihre Wiederauferstehung. Es wird alles zerst├Ârt, was dem Gegner von Nutzen sein k├Ânnte.

31. Januar 2021

Notizen im Januar 2021

Mikronesien, Polynesien, mein Blick kommt von der Weltkarte nicht los, diese Weite, diese Sehnsucht danach alles hiesige zu vergessen und nur noch neugierig darauf zu sein, was sich hinter dem Horizont verbirgt. Ich will nicht aufh├Âren zu tr├Ąumen und in die Realit├Ąt des Lockdowns treten.


Nur was ich anfassen kann, dran riechen, mit mehreren Sinnen sp├╝ren, ist f├╝r mich real und kann deshalb mit Kryptow├Ąhrungen, Cybersex oder was da sonst noch f├╝r digitale Illusionen ins Netz gesetzt werden, nicht viel anfangen. Ich traue dem Digitalen generell nicht ├╝bern Weg.


Wer sich gro├čen Zielen verschrieben hat, blickt immer in die Ferne und ignoriert was vor ihm auf dem Weg liegt. Stolpert er dann oder f├Ąllt gar auf die Nase, dann verflucht er die N├Ąhe, die ihn direkt umgibt, weil sie offensichtlich seine Visionen nicht teilt.


11. Januar 2021

Ethan und die Gedankenfreiheit

Dieser Text erschien 2011 im Science-Skeptical-Blog unter dem Titel „Ethan und der B├╝rgerdialog“. Damals fiel mir auf, wie, mit undemokratischen Mitteln, in einem B├╝rgerdialog ├╝ber die Energieversorgung des Landes versucht wurde, abweichende Meinungen und Einw├Ąnde heraus zu zensieren. Wer also glaubt, die heutigen L├Âschorgien von unliebsamen ├äu├čerungen oder Accounts, wie sie nun bei Facebook oder Twitter geschehen, h├Ątte vorwiegend mit Trump zu tun, der t├Ąuscht sich.

Da der Science-Skeptical-Blog nicht mehr zu existieren scheint, hier noch mal der Text von damals im Original. Ich bin ├╝berzeugt, die Parallelen zu den heutigen Vorg├Ąngen in den Medien sind nicht zu ├╝bersehen, was den Verdacht n├Ąhrt, dass sich nichts ├Ąndert, nichts ge├Ąndert hat, dort wo zensiert wird, ist Intoleranz und Totalitarismus zu Hause. Die Zensur ist eine Signatur des Totalitarismus.