14. November 2020

Eine Unterhaltung, anfangs über Corona

Wir saßen beieinander, meine Frau, ich und er. Das war im Frühjahr, doch ich kann es einfach nicht vergessen, also schreibe ich nun darüber. Ich verrate jetzt nicht, wer »er« ist, nur soviel, er ist etwa in meinem Alter und ich kenne ihn schon seit der Kindheit. Auf der Außenterrasse einer Bäckerei tranken wir Kaffee, aßen etwas Kuchen und unterhielten uns. Natürlich kam das Thema Corona auf, sein Job scheint nicht gefährdet, der meiner Frau auch nicht. Nicht mal Kurzarbeit droht, wir gehören zu den Glücklichen derzeit, die sich keine übermäßigen Sorgen über ihre wirtschaftliche Zukunft machen müssen.

13. November 2020

Politische Wortschöpfungen: „Öko-Sozial“

„Öko-Sozial“, davon ist nun viel in Stuttgart die Rede, in der links-grünen Gesinnungsblase. Das hat einen Grund, denn die Wahl zum nächsten Oberbürgermeister hat für die Grünen mit einem Desaster begonnen. Ihre Kandidatin, Veronika Kienzle, bekam im ersten Wahlgang gerade mal 17 Prozent der Stimmen. Bei den Sozialdemokraten sieht es nicht besser aus, die sind sich untereinander schon nicht grün und konnten sich nicht mal auf einen Kandidaten einigen, und von ganz links kommt auch noch ein mäßig populärer Konkurrent ins Spiel, der die Verwirrung in der rot-grünen Stuttgarter Gesinnungsblase komplett macht.

9. November 2020

Notizen im August, September, Oktober 2020

Ich bin kein Patriot, Empfindungen dieser Art waren mir immer fremd. Aber nur Patrioten können den Raum schaffen, bilden und sichern, in dem ich so leben kann, wie ich es möchte. Der Pathos der Patrioten erreicht mich nicht, aber ich achte sie als Beschützer meiner Freiheit.


Einwanderung die nicht in Integration, besser Assimilierung, führt, ist keine Einwanderung, sondern Okkupation oder Invasion.


Ohne Navi, ohne Smartphone, einfach so mit dem Auto ohne Ziel unterwegs zu sein, ist ein bisschen wie Pilze sammeln im Wald. Das Gebiet ist ungefähr abgesteckt, aber ansonsten ist nur von Interesse, was gerade ins Blickfeld kommt. Gestern Abend landeten wir in Calw.
     „Oh Gott, ist das schön hier“, meinte meine Frau, nicht ohne mir zum Vorwurf zu machen,

5. November 2020

Über die Heiligkeit von Wahlen

Elias Canetti beschreibt in seinem Werk »Masse und Macht« im Kapitel »Das Wesen des parlamentarischen Systems«, was am Wahlzettel, dem Wahlvorgang, so bedeutsam ist: Der Verzicht auf Gewalt und Tod. In dem Moment, indem an Wahlen manipuliert wird, Stimmzettel verfälscht werden oder dergleichen, wird der Gewaltverzicht aufgekündigt. Zitat:

24. Juli 2020

Notizen im Juli 2020

Donnerstag, 23. Juli 2020


Kein Akt der Be­frei­ung, wie bei ei­ner Na­tio­nal­staats­grün­dung, geht dem Im­pe­ri­um vor­aus, son­dern ei­ne Macht­kon­zen­tra­ti­on durch die Eli­ten. Ein Im­pe­ri­um ent­steht „von oben“, nie­mals „von un­ten“. Die Ba­sis ist nicht das Volk, son­dern Macht. Das ist nun bei der EU auch nicht an­ders. Sie will Im­pe­ri­um sein, dar­an be­steht für mich kein Zwei­fel.
 
Im­pe­ri­en zer­fal­len im­mer, wenn die in­ne­ren „Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren der Mach­t“ zu­sam­men­bre­chen. Nur die Macht hält ein Im­pe­ri­um zu­sam­men. Des­halb geht es bei der „eu­ro­päi­schen Ei­ni­gun­g“ zu­erst um die An­häu­fung von Macht.
 
Für mich be­steht kein Zwei­fel, die so­ge­nann­te „Eu­ro­päi­sche Ei­ni­gun­g“ ist ih­rem Cha­rak­ter nach der Ver­such ein Im­pe­ri­um zu schaf­fen. Frei­lich wer­den die Ak­teu­re es an­ders nen­nen, et­wa Bünd­nis oder Uni­on, doch das ist nur Au­gen­wi­sche­rei.