3. Oktober 2022

Notizen im Oktober 2022

Heute ist Tag der „Deutschen Einheit“, aber ich empfinde nichts an diesem 3. Oktober. Wäre unser Nationalfeiertag der 17. Juni (Volksaufstand DDR) oder der 9. November (Mauerfall), ich würde die Deutschlandflagge stolz ans Haus hängen.

30. September 2022

Notizen im September 2022

Sehe ich aus dem Schornstein eines Hauses Rauch aufsteigen, freue ich mich für die Menschen, die ein warmes Plätzen haben und nun vielleicht gemeinsam zu Abend essen. Andere sehen den Rauch und denken an den Klimawandel, das ist eindeutig humanophob.

6. September 2022

Mäandernde Gedanken

Gespräche, Unterhaltungen, Diskussionen, immer wenn sie vorbei sind, kommen mir Gedanken, die doch eigentlich hätten gesagt werden müssen. Doch während der Gespräche hatte ich sie nicht, erst in der Reflexion wurden sie mir bewusst. Dann aber waren die Unterhaltungen vorbei.

31. August 2022

Notizen im August 2022

A: Ergebnisorientiertes Denken. B: Erlebnisorientiertes Denken. Was ist der Unterschied? A ist auf ein Ziel ausgerichtet und bedingt Weglassungen, Aspekte die vom Ziel ablenken. B braut kein Ziel und lebt von Hinzufügungen und Überraschungen. Analytiker bevorzugen A, Betrachter B.

20. August 2022

Über das Erntedankgefühl

Das Erntedankfest war immer eines der wichtigsten religiösen Feste für meine Mutter. Die Ernte war eingebracht, für den Winter vorgesorgt, Zeit also Gott zu danken, weil er seine schützende Hand über das Werk der Menschen gehalten hatte. Blumen und Früchte aus dem Garten brachte sie zur Kirche, schmückte mit anderen Gemeindemitgliedern den Altar.

18. August 2022

Der Satzbau der Staatsdelegitimierung

„Die betrügen uns, wir werden ausgenommen wie Weihnachtsgänse, alles wird teurer, Strom und Gas kann sich bald keiner mehr leisten, ich habe mich zweimal gegen Corona impfen lassen und es trotzdem bekommen. Jetzt ist Schluss, ich lasse mich nicht noch mal impfen.“ So sprach ein Bekannter.

9. August 2022

Patricia Schlesinger und die moralische Lizenzierung

Wir wundern uns, wie beispielsweise Frau Schlesinger, die vom RBB, sich moralisch fragwürdig benehmen kann, aber wenn die Verfehlungen dann an die Öffentlichkeit kommen, sich auch noch empört gibt. Ist es Skrupellosigkeit oder das Fehlen jeglicher Moral? Wir können es nur vermuten, aber ein Aspekt scheint mir in diesem Zusammenhang doch einer Betrachtung wert, und das wäre die „Moralische Lizenzierung“. Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass gerade Menschen, die sich als die Guten wähnen, das setze ich mal bei den ÖRR-Leuten voraus, oft ein sehr rücksichtsloses Verhalten an den Tag legen. Auf Wikipedia ist dazu zu lesen:

8. August 2022

Am Weltkatzentag

Wir hatten, als ich Kind war, immer eine Katze. Die war aber nicht sterilisiert, also bekam sie auch mindestens zweimal pro Jahr Junge. Meine Aufgabe war es dann, das Nest zu suchen, meist war es auf dem Heuboden, und die Jungen zu töten.

5. August 2022

Auf dem Spielplatz

Ein Bild, das ich nicht vergessen kann und sich immer wieder mal ins Bewusstsein schiebt. Die beiden Jüngsten waren noch klein, ca. 6 und 4 Jahre alt, da ging ich hin und wieder mit ihnen auf dem Spielplatz und dort, wie auf vielen Spielplätzen, stand eine aus Seilen bestehende Kletterpyramide. Meine Kids erkletterten sie jedes Mal bis zur Spitze und winken dann fröhlich von oben herunter.

31. Juli 2022

Notizen im Juli 2022

 

Es gab mal eine Zeit, da ging ich durch die Bibliothek, nahm mir das eine oder andere Buch aus dem Regal und blätterte darin. Niemand wusste, was ich alles in der Hand hatte. Nur die Belesenen erkannten später an meinen Worten, was es war. Aber Belesene gibt es nicht mehr, zumindest sind sie unwichtig in Diskursen geworden, heute werde ich beurteilt von Algorithmen, anhand meiner Klicks oder Likes. Wie langweilig ist doch die digitale Informationsgesellschaft geworden. Nicht mal streiten lohnt sich mit denen, die Statistik und Denken verwechseln. Sie wissen nicht, wie Informationen, Eindrücke und Empfundenes sich vermischen und durchs Denken verwandelt werden.

24. Juli 2022

Ein Schulzeugnis, Bücher und Steine

Elten wünschen sich normalerweise, dass ihre Kinder in der Schule gut sind und es erfüllt sie mit Stolz, wenn sie dann studieren. Sie vergessen aber oft, was ihren Kindern auf diesen Weg geschieht, wie sie in unserem Bildungssystem indoktriniert werden, welchen Anpassungsdruck an ein wokes Milieu sie ausgesetzt sind und wie schwierig es für sie wird, unter den heutigen Umständen, eine ganz eigene, ihre eigene, Persönlichkeit zu entwickeln. Immer mehr sehe ich es als meine Aufgabe als Vater an, den Kids geschützte Freiräume zur Verfügung zu stellen, Orte, an denen die Schule oder die Gesellschaft keine Macht über sie hat; an denen sie sein können, wie sie sind. Das hat natürlich Auswirkungen und so

10. Juli 2022

Apokalypse, Narzissmus und Zweifel

Als Jugendlicher war ich sehr religiös und im Alter von etwa 14 Jahren begann ich die „Offenbarung des Johannes“ für mich zu entdecken. Ja, die ging mir runter wie Öl, es gefiel mir, wie ein zorniger Gott seine Wut über eine verkommene Menschheit auskübelte. Von sieben Plagen ist die Rede, die über die ganze Erde kommen werden, geboren aus dem Zorn Gottes. Ich wusste, meine Mitmenschen haben dies verdient, heuchlerisch wie sie waren, keiner hatte den wahren Glauben verinnerlicht. Doch, um es vornweg zu nehmen, mein Fanatismus war nicht von langer Dauer, er löste sich auf, und wie die Veränderung, vom Fanatiker zum Zweifler geschah, davon will ich hier nun erzählen.

30. Juni 2022

Notizen im Juni 2022

 

„Was bin ich?“, hieß die Ratesendung von Robert Lembke. Jemandes Beruf musste erraten werden. Niemand störte sich daran, dass Menschen sich mit ihrem Beruf identifizierten, ja, auf die Frage „was bist du“ wurde automatisch der Beruf genannt. Es war entscheidend, was einer tat. Das ist heute nicht mehr wichtig, sondern nur noch, was einer zu sein vorgibt, was aber meist nichts mit Beruf oder Geldverdienen zu tun hat. Das Zeitalter der Realisten und Pragmatiker wurde vom Zeitalter der Illusionisten abgelöst.

26. Juni 2022

Parteien und Werkzeuge

Noch nie habe ich eine Europa-, eine Bundestags- oder Landtagswahl versäumt, außer in den Jahren, als ich im Ausland lebte. Dabei bin ich kein Anhänger einer Partei, schon gar nicht Mitglied, im Grunde lassen sie mich alle kalt und wenn manchmal im Fernsehen zu sehen ist, wie Parteivorsitzende auf Parteitagen bejubelt werden, dann empfinde ich das eher als Peinlichkeit. Natürlich verstehe ich die Emotionen, Fans eines Fußballvereins verehren auch ihre Idole, in meinen Augen ist das in etwa gleichzusetzen. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich auch kein Anhänger irgendeines Vereines bin, schon gar nicht, wenn es mit Sport zu tun hat.

9. Juni 2022

Geschichte und Geschichten

Gestern Abend nervte mich meine Frau mit allen möglichen Dingen, ausgerechnet als ich in Gedanken versunken an einem neuen Text saß. Ich wollte meine Ruhe haben, sie loswerden: „Auf Kabel 1 läuft gerade ein interessanter Film, Schindlers Liste“, sagte ich zu ihr.

Sie hatte den Film noch nicht gesehen, nur davon gehört, und wurde neugierig. Jetzt nervt sie mich wieder mit Fragen, nun über den Film, die Geschichte der Juden, vor allem in Europa. Ich begann meine Erklärungen mit dem Bar-Kochba-Aufstand und jetzt habe ich gar keine Ruhe mehr.

31. Mai 2022

Notizen im Mai 2022

 

Eine Bekannte meiner Frau will sie ständig von Homöopathie überzeugen, und wie wichtig BIO ist, allerdings mit keinerlei Erfolg. Weil ihre Bemühungen so fruchtlos sind, fragte sie bei meiner Gattin an: „Darf ich mal mit deinem Mann reden?“ Offensichtlich hat die Bekannte die Höflichkeit meiner Frau falsch gedeutet, die auch Menschen nicht widerspricht, wenn sie Unsinn reden. Ein asiatisches Lächeln kann nämlich ganz was anderes sein, als das was wir darunter verstehen. Keine Zustimmung, sondern freundliche Distanz.

26. Mai 2022

An der Kasse

Früher bin ich nie gerne einkaufen gegangen, es war ein notwendiges Übel, was unbedingt so schnell wie möglich erledigt werden musste, so eine Art Notdurft, bloß umgekehrt; nichts loswerden wollte ich, sondern etwas besorgen, was eben in Küche oder Haushalt gebraucht wurde. Am schnellsten ging das, wenn ich mich gut darauf vorbereitete, also genau wusste, was ich brauche. Ein Einkaufszettel ist da nützlich, meist aber hatte ich es klar im Kopf. So gut wie nie erlag ich der Versuchung nach dekorativ platzierten Produkten greifen, ja gerade das, was mir so aufdringlich vor die Nase oder die Augen gehalten wurde, mied ich konsequent. Die Discounter waren da optimal, nicht nur wegen der Preise, sondern weil es da aussah wie in einer Lagerhalle. Es ist klar, wo was steht oder eingeräumt ist und derjenige, der dort was holen muss, weiß genau, was er braucht.

25. April 2022

Notizen im April 2022

 

Hass und Hetze sei es, sagen die Woken, wenn Menschen das aussprechen, was sie sehen und erkennen. Der Blick und der Verstand soll mit diesem Vorwurf vernebelt werden, wir sollen nicht mehr klar erkennen und schon gar nicht mehr klar sprechen dürfen.

17. März 2022

Propaganda und Alltagssprache

In jeder Gesellschaft kursieren aus den vorherrschenden Ideologien hervorgehende Propagandaworte, in der DDR war das beispielsweise Völkerfreundschaft, Klassenfeind oder Volkseigentum und jede Menge weitere. Im Alltagssprachgebrauch kamen diese Worte allerdings nicht vor, wer sie dennoch verwendete, machte sich lächerlich. Selbst Mitläufer und Opportunisten gebrauchten sie nur zu solchen Anlässen, bei denen es von ihnen erwartet wurde.

28. Februar 2022

Die Nase (2) – Gedanken auf dem Weg

Ich wollte über die Nase schreiben, bin aber über so eine Art Beipackzettel zu meinen Gedanken nicht hinaus gekommen. Ob das heute anders wird, kann ich noch nicht versprechen, es gibt keinen klaren Weg für diesen Text, das Ziel ist unklar, selbst für mich. Na ja, jetzt habe ich ein wenig geflunkert, natürlich hatte ich eine Idee wohin meine kleine Gedankenreise führen soll, nur ob ich dort ankomme, das ist noch nicht sicher, also halte ich mich mal lieber vorerst bedeckt.

27. Februar 2022

Notizen im Februar 2022

 

Ganz in der Nähe unseres Hauses auf den Philippinen war eine Polizeistation und da wir für Besucher immer ein paar Bier im Kühlschrank hatten, so kamen doch hin und wieder einige Polizisten für einen Smalltalk vorbei. Natürlich um zu schnorren, wenigstens das Bier.

Einmal gab mir einer einen Tipp, wie ich mit einem Einbrecher, falls ich den erschossen hätte, verfahren soll.

19. Februar 2022

Die Nase (1) – Gedanken mit Beipackzettel

Keine Sorge, liebe Leser, ich will jetzt nicht mit dieser Überschrift an den von mir so verehrten Nikolai Gogol anknüpfen, sondern ein Loblied auf das Sinnesorgan Nase aussprechen; nur zufällig haben meine bescheidenen Ausführungen hier und Gogols Erzählung den gleichen Namen. Keinesfalls möchte ich als Namenlecker daherkommen, als einer, der gerne große Namen auf der Zuge mitführt, ihnen versucht zu schmeicheln, oder besser, der versucht, sich durch sie wichtig zu machen. Auch habe ich nicht vor, in die nachfolgenden Gedanken irgendwelche Assoziationen zu Gogols surrealistische Novelle einzuflechten, es ist wirklich reiner Zufall, dass meine Gedanken unter der gleichen Überschrift stehen und hat überhaupt nichts zu bedeuten.

8. Februar 2022

Rebellischer Egoismus

Fast beginne ich mich schämen dafür, dass ich mich, meine Mitmenschen und Freunde, ja auch die Öffentlichkeit, getäuscht habe. Gerne habe ich erzählt, wie ich mich zum Oppositionellen in der DDR entwickelt habe; wie ich meine entwickelten Überzeugungen und den Kampf für die Freiheit dann moralisch begründete. Doch es mehren sich die Zweifel in mir, ob diese Darstellung wirklich so stimmt. Womöglich bin ich einem Irrtum aufgesessen und habe meine Sehnsucht nach Freiheit moralisch überhöht, wollte mich ein bisschen so sehen wie der Selbstlose, der sich opfert, um für das Gute zu kämpfen.

30. Januar 2022

Notizen im Januar 2022

 
Unsere Regierungen regieren nicht das Volk, sie dressieren es.   

 

 
Sie wären in die Politik gegangen, um „zu gestalten“, so ist oft von ihnen zu hören, dabei wollen diese Gestalten nur irgendwo dazugehören, sich wichtig machen. Wirklich gestalten tun nur wenige.   

 

 
Immer nehmen wir nur Indikatoren wahr, nie die Ursachen der Zustände in der Gesellschaft. Wer die Ursachen erkennen will, braucht gute Beobachtungen, Herleitungen und schlüssige Argumente; doch solches Denken und Analysieren findet man selten, meist werden die Indikatoren einfach mit der Geisteshaltung verknüpft.    

23. Januar 2022

Dossier: Imagenationen

Was ist Wirklichkeit, die Realität vielleicht? Oder die Imagenation? Was macht den Unterschied? In der Imagenation wird die Wirklichkeit erst sichtbar, davon ist Quentin überzeugt!

Hier also eine Zusammenstellung von Texten, in denen sich Imagenationen mit der Realität mischen. Was davon real ist, was imaginiert, diese Einschätzung bleibt dem geschätzten Leser überlassen.