18. Juni 2022

Notizen im Juni 2022

 

Freiheit, ach wie sehne ich mich nach dir, hinterm Horizont bist du schon verschwunden. Alle Verstecke habe ich durchsucht und dich nicht gefunden, an manchen Plätzen erinnert man sich noch an dich. Wohin nur bist du gegangen?


Wenn jemand zu mir sagt: „Früher war ich ein Linker, heute nicht mehr“, wie das so viele ehemalige 68er tun, dann frage ich mich jedes Mal, ob sich nur die Überzeugungen geändert haben oder auch die Art zu denken.


Sie ist wieder zurück aus dem Krankenhaus, OP ist gut verlaufen. Jeden Tag habe ich sie besucht, trotz Masken- und Testpflicht dort. Doch niemand fragte mich danach, ob ich einen Test habe, nur als ich einmal keine Maske trug, wurde ich angesprochen und gebeten, eine zu tragen. Wichtig ist der Schein, nicht das Sein. Nicht nur da, sondern in der ganzen Gesellschaft.



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Würden mich meine Kinder nach einer Buchempfehlung fragen – was sie nicht tun – dann würde ich ihnen in diesen Zeiten „Jacques der Fatalist und sein Herr“ von Diderot empfehlen.


Hass und Liebe sind Gefühle, die jeder hat. Nur in der Selbstreflexion können wir erkennen, warum wir was lieben oder hassen. Der Befehl: „Du sollst nicht hassen!“, ist genauso dämlich wie: „Du sollst lieben!“. Doch auch wenn wir das Objekt unserer Liebe oder Hasses analysieren, versuchen zu verstehen, wird das keine Auswirkungen haben. Manchmal passiert gerade da das Gegenteil des Gewünschten und der Hass wird größer, oder die Liebe schwindet.


Eine Schachtel „Panter Dessert Zigarillos“ bitte.
Mit oder ohne Filter?
Ohne Filter natürlich, die für Männer.

Die Verkäuferin in der Tankstelle lächelte und musterte mich. Ein leichtes Nicken folgte. Mehr Kompliment bekomme ich heute nicht mehr.


Oft wird Arroganz falsch als Selbsterhöhung verstanden, dabei ist sie nur eine Abwehrstrategie gegen das sich Bewusstwerden der eigenen Unzulänglichkeiten, meist der eigenen Dummheit.


Demokratie? Ja, was ist das überhaupt? Natürlich habe ich mich – allerdings recht oberflächlich – mit den Theorien darüber beschäftigt; muss aber zugeben, viel mehr als ein ungutes Bauchgefühl habe ich nicht, denn wenn die Freiheit ein Indikator für eine funktionierende Demokratie sein sollte, dann ist hier im Lande irgendwas im Argen. Entweder mit der Demokratie oder mit Freiheit, wahrscheinlich mit beiden.


Das Schreiben am Computer verleitet dazu, schneller zu schreiben als zu denken. Es lässt sich alles ja so leicht korrigieren und das Denken wird oberflächlicher. An einer alten Schreibmaschine sieht das anders aus, wer da nicht vor dem Tippen gründlich nachdenkt, hat ein Problem.


Hat ein Satz den Mund verlassen, dann ist er in der Welt und kein Dementi, keine Entschuldigung kann ihn wieder löschen.


Ich habe diese Transleute immer akzeptiert und respektiert, aber ich weiß nicht, wie lange noch, angesichts der derzeitigen Entwicklung, wenn sie mir ständig als Vorbild präsentiert werden, weil das, ein Vorbild, sind sie für mich keinesfalls, trotz aller Akzeptanz meinerseits.


Morgens um 6 Uhr sehe ich fast nur Weiße an den Bushaltestellen und so gut wie keine privaten E-Autos auf der Straße. Das wandelt sich, ab ca. 8 oder 9 Uhr, dann sind die Arbeiter längst an ihren Arbeitsplätzen und andere Bevölkerungsschichten sind unterwegs.


Die ach so Toleranten, die vorgeben, sie würden alles verstehen, tun genau das am allerwenigsten: verstehen!


Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn fahren täglich durch den Ort und früher dachte ich: „Wie traurig, wieder ein medizinischer Not- oder ein Unfall.“ Und Heute: „Hoffentlich ist es nur ein medizinischer Notfall und kein Attentat.“


Jeder Schulabgänger in Deutschland sollte sich heute fragen: „Kann ich mir vorstellen, dass ich mit dem Beruf, den ich erlernen möchte oder mit dem, was ich zu studieren anstrebe, auch im Ausland was anfangen kann?“


Wo sind sie, die Verfassungspatrioten, bei all dem Schindluder, der nun mit der Verfassung angestellt wird? Sie sind nicht verschwunden, es gab sie nie, von ein paar Idealisten abgesehen.


Wie die Welt ist, kann ich nicht sagen, nur davon berichten, wie ich sie sehe. Das macht natürlich auch neugierig, zu erfahren, wie andere die Welt sehen. Denen höre ich dann gerne zu. Wollen die mir aber die Welt erklären, schwindet mein Interesse für sie augenblicklich.


Wenn sich ein „Dipolarer Zustand“ auflöst, wie das beim Erdmagnetfeld schon oft geschehen ist, dann stehen immer chaotische Zeiten bevor. Vielleicht gilt das auch für Gesellschaften und die Politik.


Je radikaler und ideologischer die Vorstellung von Gerechtigkeit ist, wie im Kommunismus beispielsweise, desto kompromissloser und radikaler werden die Methoden, diese imaginäre Gerechtigkeit herzustellen. Das Töten Andersdenkender wird dann legitim.


„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“, so steht es bei Matthaeus. Auf unsere Parteien angewendet, muss es wohl heißen „An ihrem Personal werdet ihr sie erkennen“. Ergebnis: ungenießbar und nutzlos, Parteien wie Personal.


Ein Stahl-T-Träger überbrückte den Bach, ich balancierte darüber, mein Jüngster folgte mir. Auf der anderen Seite angekommen meinte er: „Mit meiner Lehrerin hätte ich das nicht machen können, sie hätte gesagt, das ist zu gefährlich.“


Der Speichel fließt den Sozis aus den Mundwinkeln, wenn sie nur das Wort „Steuer“ hören.


Respekt ist so eine Art Vorschuss, den ich auch und gerade Menschen gewähre, die mir unbekannt sind oder mit denen ich mich noch nicht auseinandergesetzt habe. Manchmal allerdings schwindet mein Respekt, wenn ich sie verstanden habe, und manchmal wird er größer.

Sortiere ich die Menschen dann, auf der einen Seite diejenigen, bei denen mein Respekt größer geworden ist – und auf der anderen diejenigen, welche Respekt eingebüßt haben, dann ergeben sich Muster. Diese Muster nennen dann manche Vorurteile, ich bezeichne sie als Erfahrung.


Etwas mehr als ein Jahr ist es her, da wurde ich von einigen Nachbarn gefragt, ob ich auch schon geimpft sei. Sie waren damals ganz stolz, es getan zu haben. Heute, nachdem sie mehrheitlich auch noch infiziert waren, fragt keiner mehr, peinlich vermeiden sie das Thema Corona.


Muss ich mich mit dem Zeitgeist beschäftigen, dann wünschte ich mir manchmal die Mentalität von Klaus Kinski, um laut aufschreien zu können: „Du dumme Sau!“.


„Blutvergießen“, ich hasse dieses Wort, es klingt so, als würde etwas aus einem Gefäß verschüttet, aber das stimmt nicht, es werden Menschen vergossen, ja weggeworfen, zum Verrecken preis gegeben.


Vor allem junge Leute sind fasziniert von der Apokalypse, besser: von den Apokalypsen, es gibt ja so viele. Sie erliegen der Versuchung, die eigene Bedeutung zu überhöhen und sind von der Wichtigkeit ihrer selbst überzeugt. Eigentlich ist es Narzissmus. „Narzisstische Selbstüberschätzungen sind in der Adoleszenz nicht selten anzutreffen“, wird auch gesagt und ich sehe die „Fridays for Future“ Leute vor mir, oder die sich als die „Letzte Generation“ bezeichnen.


Ich sollte mal eine Strichliste führen, wie oft pro Tag ich das Wort „Messer“ lese. Schade, dass ich das nicht früher tat, aber wer konnte schon ahnen, dass dieses Wort mal eine so inflationäre Entwicklung nehmen würde.


„Was wird mit unseren Kindern? Welche Zukunft werden sie haben? Ich habe Angst!“ Diese Worte hörte hörte ich von ihr in den letzten Wochen oft. Aus ihrem Mund klingt das wie ein Aufschrei und wo ist ihre seltsame Mischung aus Fatalismus und Optimismus hin.

Krieg, Inflation und Unfreiheit hinterlassen Spuren.


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