30. Juni 2021

Notizen im Juni 2021

Dienstag 29. Juni 2021


So, nach dem diese moralisierende deutsche Fu├čballmannschaft endlich raus ist, kann ich mich an der EM erfreuen.
 
Sie gingen auf die Knie und trugen dabei ihre mit Regenbogenfarben geschm├╝ckte Nase ganz hoch. Nun liegen sie auf ihrer Nase und die Schadenfreude ist gro├č. Hochmut kommt vor dem Fall, liebe Mannschaft, und ich lache ├╝ber euch.
 
Es war nicht Demut, was die Mannschaft dazu veranlasste auf die Knie zu gehen, sondern eine Form des Hochmuts, mit dem sie sich als die besseren Menschen darstellen wollten. Aber das ist nicht nur im Fu├čball so.



Bei einer Autoimmunerkrankung gehen Abwehrkr├Ąfte auf die eigenen lebenswichtigen Organe los. ├ähnliches kann auch in Gesellschaften passieren und zeigt sich in selbstzerst├Ârerischen Ph├Ąnomenen. Beim Klimaschutz etwa.



Das eigene Zeitalter zu erh├Âhen, ihm Wichtigkeit und Besonderheit zu geben, scheint eine Konstante in Gesellschaften zu sein. Wenn aber nichts besonders Bedeutendes geschieht, wird Unwichtiges aufgeblasen und wichtig gemacht. Das Wetter etwa oder eine Grippe.


Samstag 26. Juni 2021


Ein Bahnhof schien mir fr├╝her ein Ort der positiven Erwartungen zu sein, ein Ort an dem eine Reise beginnt, oder als Ankunft am Ziel der Reise. Heute sind Bahnh├Âfe und ihre Umgebung nur noch Pl├Ątze, die der Reisende schnell verlassen m├Âchte, sie sind Orte der Bedrohung geworden.



Der Kriegsherr gibt sich mitf├╝hlend den Angeh├Ârigen seiner gefallenen Soldaten gegen├╝ber und dennoch war er es, der sie in den Kampf schickte. Politiker, diese ideologischen Feldherren, die nun ihr Mitgef├╝hl gegen├╝ber den Opfern in W├╝rzburg ausdr├╝cken, verhalten sich genauso.



Ich bin fr├╝her auch gerne Rad gefahren, seit es moralisch so aufgeblasen wird, nicht mehr. Aber an eines erinnere ich mich gut: Die Versuchung, sich nicht an die Verkehrsregeln zu halten, ist beim Fahrradfahren besonders gro├č.



Moralische Gebote, von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind in ihrer Mehrzahl immer kulturelle Gebote oder kulturelle Befehle, sie gelten nur in der Kultur, der sich das Individuum zurechnet. Die eigene Kultur, somit die eigene Moral, aber als universell g├╝ltig anzunehmen, ist vergleichbar mit dem Kolonialismus.



Der Vorwurf von Hass und Hetze an den politischen Gegner ist in Wirklichkeit Hass und Hetze. Diejenigen, die es anderen vorwerfen, tun damit genau das, was sie anderen vorwerfen.



Ein Rechtsstaat zeichnet sich unter anderen dadurch aus, dass er Minderheiten besch├╝tzt. Er ist kein Rechtsstaat mehr, wenn er zul├Ąsst, dass Minderheiten ├╝ber die Mehrheiten bestimmen und herrschen.



Modellrechnungen zeigen …! Sofort habe ich Fragezeichen in den Augen, denn Modelle dienen haupts├Ąchlich einen Zweck: Ideen darzustellen. Freilich k├Ânnen sie einen Erkenntnisprozess begleiten und unterst├╝tzen, sie sind aber nie die Wirklichkeit.



Moral gibt es nur in der Mehrzahl, in jedem von uns konkurrieren mehrere Moralen miteinander, Menschen sind Multimoralistisch.


Samstag 19. Juni 2021


W├Ąre der Zeitgeist nur so etwas wie eine Mode, ich k├Ânnte gut mit ihm leben, bin dann eben nicht modisch. Aber er ist eben keine Mode, sondern Weltsicht, die politisch wie wirtschaftlich Machtmechanismen nutzt und entwickelt denen ich dann ausgeliefert bin. Ausgeliefertsein ist immer Kr├Ąnkung.



Ich habe immer noch Respekt vor den Alten, sch├Ątze ihre Worte und Erfahrungen. Auch die J├╝ngeren achte ich, sie haben immer noch viele Fragen. Es ist meine Generation, die der Babyboomer, die ich mehr und mehr verabscheue, weil sie glaubt, die Weisheit mit L├Âffeln gefressen zu haben.



Es ist schon eigenartig, wie immer wieder Beobachtung und Erwartung verkn├╝pft ist: Es ist schw├╝l und windstill geworden am Abend und automatisch glaubte ich ein fernes Donnergrollen zu h├Âren, es war aber nur ein LKW, glaube ich, dessen fernes Poltern mich t├Ąuschte. Doch ich lausche weiter, die Erwartung bleibt.


Mittwoch 16. Juni 2021


Sie war die Einzige in ihrer Klasse, die den Arm hob, als in der Schule gefragt wurde: „Wer will sich NICHT gegen Corona impfen lassen?“ Erz├Ąhlte mir meine Tochter (18). Sie l├Ąchelte dar├╝ber und war stolz auf sich.
 
Manchmal sind es solche kleinen Erlebnisse, die bewusst machen, dass man anders als die Masse ist.


Sonnstag 13. Juni 2021


Gespr├Ąche mit dem 11j├Ąhrigen Sohn am Sonntagmorgen.
 
ER: Manche glauben, dass sie, wenn sie gestorben sind, auf der Erde zu einem anderen Zeitpunkt wieder geboren werden, entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft.
 
ICH: Eine Wiedergeburt in der Vergangenheit w├╝rde die Gegenwart ver├Ąndern. Jeder von uns ver├Ąndert die Welt ein bisschen, also geht eine Wiedergeburt in Vergangenheit nicht, unsere Gegenwart w├Ąre jeden Tag anders.
 
Fragende Augen blicken mich an.
 
ICH: Aber eine Wiedergeburt in der Zukunft ist denkbar, da sie noch nicht geschehen ist. Und alle die behaupten, die Zukunft zu kennen, sind L├╝gner oder Dummk├Âpfe.
 
Immer noch sind seine Augen fragend, nun aber gemischt mit Nachdenklichkeit. Ich belasse ihn in diesem Zustand und bin gespannt, was er f├╝r sich aus meiner Aussage macht.


Samstag 12. Juni 2021


Sie glauben Wolf den bei den Ohren zu halten und trauen sich nicht ihn loszulassen, sie haben Angst davor, den Corona-Ausnahmezustand zu beenden, bef├╝rchten dann gefressen zu werden. Die Sorge ist unbegr├╝ndet, das deutsche Volk besteht mehrheitlich aus Schafen, nicht W├Âlfen.



Die SED hat den Volksaufstand am 17. Juni 1953 als „faschistischen Putsch“ bezeichnet. Siehe, nichts hat sich ge├Ąndert, die Linken verleumden ihre Gegner immer als Faschisten, auch wenn diese sich lediglich nur nach Freiheit sehnen.



Merkel hat die Seele der CDU verraten, sie den Linken und Gr├╝nen zum Fra├č vorgeworfen, so hat es den Eindruck. Doch der t├Ąuscht, denn ihre Seele verlor die CDU schon unter Kohl, als der die DMark opferte. Seit dem hechelt die Union dem Zeitgeist hinterher, auf der Suche nach einer neuen Seele.


Mittwoch 09. Juni 2021


Das Ph├Ąnomen von Ahnungslosigkeit, oder zumindest mangelndes Wissen, in Kombination mit Machtgier und Sendungsbewusstsein, ist gar nicht so selten. Vor allem bei Sektenanf├╝hrern h├Ąufig zu sehen. Daran erinnert sie mich, die Baerbock.



Viele Eigenschaften wurden den Deutschen zugeschrieben, positive wie negative, und doch keimt der Verdacht auf, dass ihre wesentliche Eigenschaft meist ├╝bersehen wird: die Naivit├Ąt!



Ich ├Âffne die Fenster und lausche den Ger├Ąuschen der Umgebung, dem Vogelgesang, einem vorbeifahrenden Auto, Regentropfen, all das baue ich zu einem imagin├Ąren Bild meiner N├Ąhe. Die Ferne, was in den Nachrichten zu lesen ist, wird dann weniger wichtig.


Donnerstag 03. Juni 2021


Zwei Filipinas, so erinnere ich mich, erblickten ein richtig blondes M├Ądchen mit lockigem Haar. Mit ihrer Mutter stand es an einem Sari-Sari-Store. Vorsichtig n├Ąherten sich die Frauen dem Kind und fassten, sodass es keiner bemerkte, dem M├Ądchen ins Haar.
 
Ich konnte das genau beobachten, auch wie sich die Philippinas gegenseitig anl├Ąchelten und in eine intensive Unterhaltung gerieten, weil ich direkt hinter ihnen war. Es war reine Neugierde, wie sich wohl solches Haar anf├╝hlt, was sie bewegte dies zu tun.
 
Sogleich stellte ich einen Vergleich an und dachte: Wenn das einer oder eine in Deutschland tut, wird das sogleich mit Rassismus in Verbindung gebracht, dabei ist es meist nur Neugierde und Interesse am anderen.



Ich bin kein prinzipieller Gegner des „bedingungslosen Grundeinkommens“. Schon die Vorstellung, die Belegschaft der Sozial├Ąmter, Arbeits├Ąmter und was da alles an Hilfsorganisationen noch mit drin h├Ąngt, um 90 % zu k├╝rzen, hat einen gewissen Reiz.



F├╝r mich ist alles was ge├Ąu├čert wird, erst mal eine Erz├Ąhlung, selbst Staumeldungen, der Wetterbericht oder B├Ârsenkurse. Wer versucht mir was zu erz├Ąhlen und warum? Erst wenn das gekl├Ąrt ist, k├╝mmere ich mich, wenn es mich interessiert, um den Wahrheitsgehalt der Erz├Ąhlung.



Fr├╝her bin ich gerne Rad gefahren, seit das Radfahren immer mehr politisiert wird, ist es mir verleidet.



Als Dienstleister, Handwerksmeister etwa, ist man verpflichtet, dem Kunden die Folgen und die Kosten seiner W├╝nsche zu nennen. Aber niemals hat man das Recht zu bestimmen, was der Kunde bekommt, dessen W├╝nsche haben Vorrang. Ach w├Ąre nur die Politik auch so.



Immer wieder h├Âre ich, dass die R├╝ckgabe der Freiheit, der Grundrechte, versprochen wird. Nur dies oder das m├╝sse geschehen, soll ich tun. Doch immer deutlicher wird, die Versprechen sind ein Karotten-Prinzip, dem Esel wird, unerreichbar f├╝r ihn, eine M├Âhre vor die Nase gehalten. Nur noch wenige Schritte, so denkt der Esel, dann bin ich am Ziel meiner W├╝nsche.










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