31. Oktober 2021

Notizen im Oktober 2021


Moderne aufgeklärte Gesellschaften glauben, den Tod – diese Demütigung, die dem Leben innewohnt – negieren zu können. Er wird ins Medizinische oder in die Naturwissenschaften ausgelagert. Von denen wird dann erhofft, dass sie den Tod besiegen oder wenigstens erklären, damit er akzeptiert werden kann. Doch Demütigungen sind nie akzeptabel, immer muss ein Schuldiger gefunden werden, der dafür verantwortlich ist.
 
Jede Todesdrohung, sei es durch das Gerede von einer Pandemie oder von der Klimakatastrophe, spielt mit dieser Demütigung, die nicht ohne die Benennung von Schuldigen sein kann.



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Ich werde als Ungeimpfter ausgegrenzt, gehöre nicht mehr zur Gemeinschaft. Es ist eine Befreiung für mich, denn zu Gemeinschaften, die das tun, was sie jetzt tun, will ich auch nicht gehören. Ich kann die Masse verachten, sie hat keine Macht über mich. Genau das macht mich frei.



Seit rund zwei Stunden höre ich den Tauben zu, wie sich auf dem Dach unterhalten. Wenn ich nur wüsste, was sie sich zu sagen haben? Nein, ich bin nicht romantisch, wahrscheinlich entwickeln sie nur Strategien, wie sie was effektiv zuscheißen können.



Brief von der Schule: ein Klassenkamerad unseres Jüngsten wurde positiv auf Corona getestet. Erst als ich ihn danach fragte, erzählte er mir ziemlich gelangweilt, wen es betrifft. Ganz offensichtlich geht ihm die Hysterie am Arsch vorbei.



Für mich ist der Kanzler Kohl der Totengräber der CDU, ja sogar der Bundesrepublik. Merkel hat das ihrige dazu getan, doch die trat nur noch auf den bereits tödlich verwundeten Körper herum.



Ich war schon immer für die Abschaffung des Verfassungsschutzes, auch schon zu Zeiten, als der noch nicht im Verdacht stand, parteiisch zu sein. Die Gefahr einer solchen Institution besteht immer darin, dass sie von den jeweils Mächtigen missbraucht wird.



„Es ist unsere große Aufgabe derzeit, zu lernen, wie man mit Idioten auskommt, ohne selbst zum Idioten zu werden.“ Das sagte ich den Kindern heute Morgen, die einfach keine Lust mehr haben, in diesen idiotischen Zeiten zur Schule zu gehen.



Wäre ich Deutschlehrer, ich würde, wann immer es möglich ist, Schelmenromane besprechen, den Simplicissimus, den Schwejk, Jacques den Fatalisten, Don Quijote und was es sonst noch gibt. Wie anders denn als Schelm, kann man heute noch die Gegenwart ertragen?



Habe gerade den Frühstückstisch abgeräumt, die Kanne Kaffee war leer, die mit dem Kaba noch fast voll. Familien verändern sich und etwas wehmütig denke ich an die Zeit, als das noch genau anders herum war.



Ich war schon immer für die Abschaffung des Verfassungsschutzes, auch schon zu Zeiten, als der noch nicht im Verdacht stand, parteiisch zu sein. Die Gefahr einer solchen Institution besteht immer darin, dass sie von den jeweils Mächtigen missbraucht wird.



Je schlechter der öffentliche Nahverkehr, desto besser ist die Lebensqualität, weil dort nur die Menschen leben, die es gewohnt sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und Probleme selbst zu lösen.



Bin ungetestet und ungeimpft, das bleibt auch so. Wird irgendwo von mir ein Test verlangt, dann gehe ich nicht hin. Der Verzicht schmerzt mich nicht so sehr, wie das verbiegen, mein Rückgrat ist sehr stabil und es mag das nicht.



Persönliche menschliche Netzwerke, früher auch Beziehungen genannt, oder Versorgungsnetze für alle möglichen Güter, von Elektrizität über Informationen bis hin zu Waren, schaffen Abhängigkeiten, das ist die Natur dieser Netze. Darin ist dann das Individuum gefangen.



Wenn ich morgens die Nachrichten lese, scheinen mir die Träume der Nacht irgendwie realistischer als die Realität, die ich nach dem Aufwachen vorfinde.



Der Jüngste will in einen Kletterverein, einen Schützenverein und Racecar fahren. Ein mental gesunder Junge eben. Leuchtende Augen blickten mich an, als ich sagte: „Ich werde versuchen, es für dich möglich zu machen, hoffentlich haben die Corona-Beschränkungen bald ein Ende.“



Bin heute Morgen an einem Jugendhaus in Nürtingen vorbeigefahren, musste allerdings dort an einer roten Ampel warten. An dem Gebäude waren jede Menge beschriebene Stoff-Plakate angehängt, alle mit dem Tenor: Weg mit der Maskenpflicht! Kein Lockdown!



Viele Fahrräder vor der Schule, ich beobachtete die Schüler, ungefähr die Hälfte der Radfahrer trug keinen Helm. Es gibt noch Hoffnung für die Zukunft, solange es Jugendliche gibt, die sich der Vernunft verweigern.



Schatzinsel, Schatzhöhle, ein vergrabener Schatz, nur das kann ein Schatz sein, was außerhalb des Netzwerkes, in dem so diese wertvollen Dinge zirkulieren, erhalten bleibt, auch wenn es die gegenwärtigen Netzwerke nicht mehr gibt. Münzen, Schmuck, Gold oder Diamanten etwa, niemals diese Kryptowährungen.



3. Oktober 2021: Ich laufe durch die Straßen und blicke in die Fenster und sehe keine Dekoration. Auch die Häuser und Gärten sind wie immer ordentlich und sauber, aber nicht geschmückt, keine Fahnen. Was ist das für ein Land, dass so den seinen Nationalfeiertag begeht?



Sie erzählt mir von ihren Träumen der Nacht. Ich lausche und schweige, schließe sie in meine Arme. Eine Antwort oder eine Deutung erwartet sie auch nicht von mir, nur Geborgenheit.



Begehrt zu werden ist etwas Wunderschönes, wenn es von Personen ausgeht, die man liebt. Wenn es andere tun, Parteien oder Organisationen etwa, kommt Ekel in mir auf. Was wollen diese Widerlinge von mir, so frage ich die Wahlplakate.



Ich ertappe mich dabei, dass es mir zunehmend mehr Spaß macht zu pöbeln als zu argumentieren. Meist habe ich mich allerdings im Griff und tue es nicht, aber wie lange noch?



Die Schule verlangt von mir eine Entschuldigung, wenn meine Kinder mal nicht, wegen Krankheit oder wegen was auch immer, in die Schule gehen können – aber ständig fällt Unterricht aus und die Schule entschuldigt sich nicht bei mir.



Was habe ich noch zu sagen, in diesen Zeiten? Vielleicht ein bisschen was von früher erzählen, das scheint mir das Vernünftigste. Zur Gegenwart fehlen mir die Worte.



Direktmandate bringen die Linke wieder in den Bundestag, zwei davon aus Berlin. Mag sein, dass diese Stadt ihren Reiz hat, gut für Deutschland ist sie nicht, war sie nie.



Das Wahlergebnis spiegelt die Mentalität des Volkes wieder: Nur einer Minderheit ist die Freiheit wichtig. Deutschland eben, wie ich es seit meiner Kindheit kenne, egal ob Ost oder West. Nur kurz manchmal, in kleinen Zeitfenstern, scheint das anders zu sein.




Mehr Gedankenschnipsel




1 Kommentar :

  1. Die Erklärung meines Sohnes (18),warum die Linke wieder im Bundestag ist:
    Damit sie nicht auf die Strasse gehen und Autos anzünden.
    Klingt einleuchtend.

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