1. Februar 2020

Im Februar 2020 aus dem Netz gefischt


 
Auf dem YouTube-Kanal ›Philosophie‹ hochgeladen am 04.05.2014::
Kurz & Gut - Sie haben recht


In der Politik geht es zuerst um Macht, nicht um Erkenntnis, meint Raphaël Enthoven in dieser Arte-Sendung. Und „deswegen gibt es in der Demokratie keine echte Debatte“.


 
Roland Tichy in »Tichys Einblick« am 21.02.2020:
Verteidigen Sie die Pressefreiheit

„Sie wollen uns zum Schweigen bringen. So einfach. Es stört sie, und da wissen sie sich einig mit vielen Regierenden, dass wir Kritik üben – berechtigte. Dass wir hinterfragen, was wir ohne Fragen schlucken sollen. Dass wir dieses Land, seine Grundrechte, seine Freiheit verteidigen vor immer neuen Zumutungen, vor denen, die mittlerweile offen über die gesetzlichen Schranken hinwegmarschieren. Sie fürchten die Wahrheit, die sie verzerren und deren Autoren sie denunzieren, um dann natürlich ihre weißen Händchen in Unschuld zu waschen; man kennt diese Charaktere. Sie fürchten jeden Widerspruch.“ [Link]

Jakob Augstein forderte, auf subtile Art natürlich, die Linke und die Antifa dazu, auf die Adressen von Sarrazin, Broder, Tichy, und anderen, zu veröffentlichen um sie deren Gewalt auszuliefern. Wörtlich sagt er in einem Tweet: „Die Wegbereiter der Gewalt haben Namen und Adresse: Sarrazin, Broder, Tichy, und andere, die die Verrohung des Diskurses vorangetrieben haben. Zuerst kommen die Worte, dann die Taten. Das ist bei den Rechtsterroristen so, wie bei den Islamisten.“ Dies muss man, wie die Angesprochenen auch sehr richtig erkannt haben, nicht nur auf einen Angriff auf die Pressefreiheit betrachten, sondern als einen auf die Person ebenso.


 
Peter Heller in ›AchGut‹ am 15.02.2020:
Wahlen: Der Aufstieg der Neinsager

„Endgültig vorüber ist die Epoche, in der man nicht nur für wahr, sondern auch für relevant halten musste, was in der Tagesschau oder in der Zeitung Platz fand, weil es kaum andere Auskunftsquellen gab. Das Internet als Werkzeug der kommunikativen Selbstermächtigung verschwindet nicht mehr. Den umfangreichen Möglichkeiten, sich kundig zu machen, eigenständig zu recherchieren und zu überprüfen, fügt es die Option hinzu, ohne großen Aufwand selbst zum Sender für ein potenziell unbegrenztes Publikum zu werden. Nie war es einfacher, Gleichgesinnte zu finden, sich mit diesen zu verbinden und dadurch wirkmächtige Resonanzräume für verschiedenste Anliegen zu schaffen.“ [Link]

Ein wichtiger Gedanke: Nicht neue oder neu aufgebrühte Ideologien verändern die Politik und die Lebenswirklichkeit, sondern eine neue Technik, neue Möglichkeiten der Kommunikation, schaffen eine Gegenwart, in der die vorherigen Verfahren zu Organisation von Macht und Ordnung nicht mehr greifen. Aber war das nicht schon immer so: insbesondere technische Innovationen verändern das Leben, das sich dann neu sortieren und neue Antworten finden muss!


 
Im Tagesspiegel am 11.02.2020:
Stadtluft macht krank

„Entscheidend ist der soziale Stress, der aus dem Zusammenleben auf begrenztem Raum resultiert. Meine These ist, dass sozialer Stress in der Stadt vor allem durch eine Gleichzeitigkeit von sozialer Dichte und sozialer Isolation entsteht. Aus dem Tierreich ist Dichtestress als Overcrowding-Stresssyndrom bekannt, das beispielsweise bei Tieren auftritt, die in zu engen Zoogehegen leben. Die Folgen sind Verhaltensänderungen, Reizbarkeit oder Aggressivität. Die Gleichzeitigkeit von Dichte und Isolation kann man sich vorstellen, wenn etwa jemand immer den Lärm seines Nachbarn hört, aber nie mit ihm ein Wort wechselt, wenn sie einander begegnen. Die Folgen von sozialer Isolation sind übrigens besonders gravierend. Metaanalysen zeigen, dass soziale Isolation das Risiko eines vorzeitigen Todes stärker erhöht als Rauchen, Alkohol oder Übergewicht. Besonders belastend ist sozialer Stress für uns dann, wenn wir das Gefühl haben, der Umgebung ausgeliefert zu sein und nichts daran ändern zu können.“ [Link]

Dies sagt im Interview der Psychiater Mazda Adli. Oft wird und wurde über das unterschiedliche Wahlverhalten in Stadt und Land gemutmaßt und dabei meist den Landbewohnern unterschwellig Provinzialität und Hinterweltlertum unterstellt. Adlis Beschreibungen nun lassen einen ganz anderen Schluss zu, nämlich den, dass sich die Psyche der Stadtbewohner durch Stress so verändert, dass es zu Persönlichkeitsveränderungen führt. „Besonders deutlich sehen wir diesen Effekt übrigens bei Menschen, die in der Stadt aufgewachsen sind.“


 
In der arte-Mediathek seit dem 04/02/2020 bis zum 10/04/2020::
Gulag - Die sowjetische "Hauptverwaltung der Lager" (1/3) „Die Anfänge 1917 - 1933“

„Der Gulag gilt als eine der markantesten historischen Besonderheiten des 20. Jahrhunderts. Das 1918 ins Leben gerufene Netz sowjetischer Straf- und Arbeitslager, eine Art Staat im Staate, wurde viele Jahrzehnte lang geheim gehalten und geleugnet.“ [Link zum arte-Beitrag]

Teil 2 „Wucherungen 1934 - 1945“

„1935 überstieg die Zahl der Inhaftierten erstmals die Millionengrenze. Während der sogenannte Große Terror sich nach außen in den Moskauer Prozessen manifestierte, litt die sowjetische Bevölkerung unter immer stärkeren Repressionen.“ [Link zum arte-Beitrag]

Teil 3 „Zenit und Todeskampf 1945 - 1957“

„In den neuen Blockstaaten Osteuropas wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Strafgefangene, aber auch Normalbürger "antisowjetischer Umtriebe" bezichtigt und in Lager deportiert.“ [Link zum arte-Beitrag]


 
In de ›NZZ‹ am 05.02.2020:
Berlins beliebteste Staatsfeinde: ein Besuch in der Rigaer Strasse

„Der Versuch, mit Anwohnern der Rigaer Strasse ins Gespräch zu kommen, ist eine Herausforderung. Die einen, die gegen den Staat kämpfen, beantworten keine E-Mails und gehen nicht auf Gesprächsangebote ein. Andere, die auch in der Strasse wohnen, trauen sich nicht. Ihre Angst ist offenbar zu gross, was P. und M. verstehen können. Bedrohungen und Vandalismus prägen den Alltag. Die beiden Berliner Beamten haben das über viele Jahre in zahlreichen Einsätzen erlebt – hautnah. Jedes Jahr leuchten hier die bengalischen Feuer der «Revolutionären 1. Mai Demo». Mülltonnen brennen, Autofenster bersten, Steine und Flaschen fliegen von den Dächern. Aber auch ohne Anlass häufen sich die Straftaten. Einen Teil der Rigaer Strasse hat die Polizei als «kriminalitätsbelasteten Ort» eingestuft. Einen Ort also, an dem es oft zu Straftaten von erheblicher Bedeutung kommt. Raub, Körperverletzung, Brandstiftung oder Diebstahl zum Beispiel. Opfer sind sowohl die Nachbarn als auch die Polizei. “ [Link]

Ein erschütternder Bericht, der deutlich macht, dass kein wie auch immer gearteter Dialog, oder ein Zurückhalten in der Polizeitaktik, zu einer Befriedung führt, es würde nur als Unterwerfung wahr genommen werden.


 
Jürgen Fritz in seinem Blog am 03.02.2020:
Politische Lippenbekenntnisse zum Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung

„Parlamentarier und Bundesregierung verharmlosen die Genitalverstümmelung immer wieder als „Beschneidung“ und lehnen eine statistische Erfassung der Genitalverstümmelungen und damit verlässliche Zahlen über die Zahl der Opfer in Deutschland ab. So hatte die Fraktion der AfD im Jahr 2018 einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht, der ohne Begründung von allen anderen Parteien abgelehnt wurde. In Großbritannien können mit dieser Maßnahme pro Jahr bereits tausende Verstümmelungsfälle dokumentiert werden.“ [Link]

Jürgen Fritz beschreibt in fünf Punkten das Versagen von Regierungsbehörden und Politikern (fast) aller Fraktionen und schlägt drei schnell umzusetzende Maßnahmen vor. „So lange die politischen Entscheider diese Maßnahmen verhindern, tragen sie eine Mitverantwortung für jedes Mädchen, das in unserem Land diesem Gewaltverbrechen zum Opfer fällt.“ Dem kann ich mich anschließen.


 
Im Youtube-Kanal von Tichys Einblick am 03.08.2019:
Udo Pollmer: Bio – ein trojanisches Pferd


„Viele Landwirte stehen inzwischen mit dem Rücken zur Wand. Seit ihre Funktionäre die Parole ausgegeben haben, die Konventionellen sollten Bio als ebenbürtig betrachten, geht’s mit dem guten Ruf der konventionellen Bauern bergab. Nichts gegen ein respektvolles Miteinander. Aber davon kann keine Rede sein: Bio lebt auf Kosten der Kollegen. Die neue TE-Videokolumne "Brotzeit" von und mit Udo Pollmer.“

https://www.tichyseinblick.de


 
In ›Stuttgarter Nachrichten‹ am 01.02.2020:
Flüchtlinge wollen „von Idlib nach Berlin“

„Unter dem Motto „Von Idlib nach Berlin“ wollen sich an diesem Sonntag mehrere tausend Menschen an der türkischen Grenze versammeln. „Wir haben keine Wahl“, erklärte Abd Ulrazak Awad, einer der Organisatoren der Aktion. „Entweder sterben wir durch Assads Fassbomben und chemische Waffen – oder wir gehen alle nach Europa.“ Awad und andere Aktivisten wollen Deutsche und Europäer dort packen, wo sie am empfindlichsten sind – an der Angst vor einer neuen Flüchtlingswelle. …“ [Link]

Deutschland ist, dank Merkel und ihrer Schmeichler, zum Sehnsuchtsort der Geschundenen dieser Welt geworden, der Glücksritter auch. Und: Sie haben ganz genau registriert, welche Druckmittel sie in der Hand haben.




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