5. November 2020

Über die Heiligkeit von Wahlen

Elias Canetti beschreibt in seinem Werk »Masse und Macht« im Kapitel »Das Wesen des parlamentarischen Systems«, was am Wahlzettel, dem Wahlvorgang, so bedeutsam ist: Der Verzicht auf Gewalt und Tod. In dem Moment, indem an Wahlen manipuliert wird, Stimmzettel verfälscht werden oder dergleichen, wird der Gewaltverzicht aufgekündigt. Zitat:

Der Wähler kann sich in vielen Wahlschlachten herumtummeln; ihre wechselnde Schicksale haben für ihn, wenn er politisch orientiert ist, den größten Reiz. Aber der Moment, in dem er wirklich wählt, ist beinahe heilig, heilig sind die versiegelten Urnen, die die Wahlzettel enthalten; heilig ist der Vorgang des Zählens.

Das Feierliche in all diesen Verrichtungen entstammt dem Verzicht auf den Tod als Instrument der Entscheidung. Mit jedem einzelnen Zettel wird der Tod gleichsam weggelegt. Aber was er bewirkt hätte, die Stärke des Gegners, wird in einer Zahl gewissenhaft verzeichnet. Wer mit diesen Zahlen spielt, wer sie fälscht, läßt den Tod wieder ein und ahnt es nicht.

Wir gehen unruhigen Zeiten entgegen, denn schon der Verdacht auf Wahlmanipulation, wie jetzt bei den Präsidentschaftswahlen in den USA, ist gefährlich genug, um einen Bürgerkrieg auszulösen, oder zumindest Zustände, die den Vorgängen in Bürgerkriegen gleichen. Einen Ausweg aus der nun gefährlichen Situation kann es nur durch einen Richterspruch geben, der dann hoffentlich von allen Beteiligten akzeptiert wird. Es ist deshalb zwingend notwendig, dass die Wahlen nun gerichtlich überprüft werden.







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