11. Januar 2018

Der Hormesis-Effekt, oder länger leben dank Radioaktivität

«Studien haben gezeigt, dass tiefe Strahlungsdosen die Lebensspannen von Tieren und Menschen verlängern.» Mit dieser klaren Aussage zweier renommierter Fachleute provoziert die Basler Zeitung heute in einen Artikel über die Wirkung von radioaktiver Strahlung. Nun, so richtig neu ist das nicht, für diejenigen die sich dafür interessieren, doch für Fakten interessiert sich hierzulande kaum einer, schon gar nicht wenn es um Radioaktivität geht. Dabei gibt es belastbare Hinweise über den Hormesis-Effekt auch bei Radioaktivität. Zitat aus dem Artikel der Basler Zeitung:

„Ein unerwartetes Ergebnis zeigte auch eine Untersuchung in Taiwan, wo ab 1982 etwa 10'000 Menschen einer stark erhöhten Strahlung ausgesetzt waren. Der Grund war, dass Stahl, der im Hausbau eingesetzt wurde, wegen eines Industrieunfalls durch strahlendes Cobalt-60 versetzt war. Die Strahlung, die die Betroffenen in ihren Wohnungen während Jahren abgekommen haben, war im Schnitt etwa so stark wie diejenige, die anfänglich in der Sperrzone um das AKW Fukushima herrschte. Die Auswertung zeigte aber, dass die Betroffenen signifikant seltener an Krebs litten als die übrige Bevölkerung Taiwans. Zudem gab es weniger Fälle angeborener Missbildungen.

21. Dezember 2017

Weihnachten ja, aber ohne selbstgerechte Laberpfaffen

Der Heilig Abend ist auch bei uns der Höhepunkt im Familienleben eines Jahres. Der Ablauf ist immer genau so, wie ich es als Kind erlebt habe, nur mit einem Unterschied. Als ich Kind war, war das Wohnzimmer für mich und meine Geschwister schon Tage vorher abgesperrt. Der Vater baute seine Eisenbahn dort auf, der Christbaum wurde geschmückt, all das durften wir erst nach dem Gottesdienst am Nachmittag des vierundzwanzigsten Dezember sehen. Dort führten Kinder die Weihnachtsgeschichte vor, ich war als Kind meist Mitglied des Ensembles. Heute ist es bei uns genau so, nur das Wohnzimmer ist nicht abgesperrt, und den Christbaum schmücken wir alle gemeinsam. Doch Bescherung ist noch genau so wie zuvor, also nach dem Kirchgang.

1. Dezember 2017

Schnipsel im November'17

Sie können einfach nicht anders. Wenn die Grünen nicht einmal pro Woche etwas verbieten dürfen, sind sie nicht glücklich.


Spanien erinnert mich in diesen Tagen daran, welche Gefahr für die Freiheit besteht, wird dem Staat zu viel Macht gegeben.


Prof. Dr. Heinz Bude meint in einem recht informativen Vortrag, dass in den USA in den letzten zwanzig Jahren die Lebenserwartung für weiße Amerikaner mit geringer Schulbildung um drei Jahre gesunken ist, bei Frauen um fünf Jahre, und dass das auf jeden Fall ein deutliches Zeichen für eine Verschlechterung der Situation sein. Zumindest für die betroffene Bevölkerungsgruppe. Insgesamt sei die Lebenserwartung gestiegen, doch insbesondere die Menschen die ihr Einkommen aus einfachen Dienstleistungen haben, sind die großen Verlierer. Ich lass das jetzt mal so stehen.

28. November 2017

Der Einwanderer als Frontier

Es war kein Zufall dass ich Stuttgart landete, obwohl ich zu dieser Stadt keinerlei Bezug hatte. 1983 war das, als ich per Ausreiseantrag mit meiner damaligen Familie die DDR verlassen konnte. Zwei Freunde von mir, aus unserer Oppositionellengruppe, welche wiederum hauptsächlich aus der Jungen Gemeinde meines Jahrgangs hervorging, hatten schon vor uns die Zone verlassen und lebten hier. Allerdings war der Weg in den Südwesten nicht so selbstverständlich, die erste Option war der Niederrhein, eine nette Stadt Namens Kevelaer, auch als Wallfahrtsort bekannt, stand oben an. Eine Patentante von mir war hier zu Hause, eigentlich war sie eine Cousine meiner Mutter und in dem gleichen schlesischen Städtchen wie sie geboren. Sie hatte schon eine Wohnung für mich und meine Familie besorgt, viel besser hätte der Neubeginn eigentlich kaum sein können. Dennoch entschieden wir uns

1. November 2017

Der Erklärer

Niemals geht der Erklärer ohne seinen Taschenspiegel aus dem Haus. Meist hat er auch ein Schminkköfferchen dabei. Dabei ist er gar nicht eitel, der Spiegel dient nur der Selbstvergewisserung wer er eigentlich ist. Es muss sich ständig selbst überprüfen, ob da vielleicht irgendein Fussel an ihm haften geblieben ist, irgendwas was da nicht hingehört. Kürzlich hat er sich einen Selfie-Stick zugelegt, damit geht diese Überprüfung etwas unauffälliger. Ohne Spiegel kann der Erklärer nicht sein. Niemals würde er sich morgens vor die Tür trauen, ohne sich gewissenhaft davon überzeugt zu haben, dass alle Kleider zueinander passen, die Frisur auch, ob die Rasur gründlich war.

Alle seine Kleider sind grau, nur zu ganz besonderen Anlässen traut er sich, ganz behutsam, etwas Farbiges zu tragen. Niemand soll falsche Schlüsse über den Erklärer ziehen können.