12. April 2018

Farben, eine Homepage, Digitalisierung und das Gewissen der Zeit

Kürzlich machte ich mich auf, meine Homepage neu zu gestalten. Mit ein paar Klicks, so etwa der Anbieter des Hompage-Baukastens, ist diese im Handumdrehen fertig. Design aussuchen, Texte und Fotos einfügen, das wars. Pustekuchen! Bei mir hat dieses Handumdrehen etwa zwei Wochen gedauert. Wobei, genau genommen, das was heute da zu sehen ist, war tatsächlich recht schnell gebaut, aber was davor geschah: oh je!

Der Ärger begann mit den Farben, die verwendeten sollten harmonieren und insgesamt zum Thema passen. Also erst mal ein Konzept im Kopf erstellen. Dafür hilfreich war ein Farbtonfächer, so einer mit dem der Maler seinen Kunden bei der Raumgestaltung hilft. Ich hatte noch einen rumliegen, also zog ich dieses Hilfsmittel als Unterstützung für meine Inspiration her. Die Kinder und meine Frau gaben ebenfalls ihre Kommentare ab, welche Farbkombinationen denn harmonieren und welche nicht. Gut, bis dahin hat es noch Spaß gemacht. Wenn der Maler seine Musterkataloge von Tapeten oder Bodenbelägen dem Kunden präsentiert, dann ist das auch noch schön. Ihr ahnt es sicher, was nun kommt.

2. April 2018

Schnipsel 2018 – Erste Sammlung

„Dunkler Teint!” Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen, wie die politisch korrekte Sprache Einzug in Personenbeschreibungen hält.


Jerusalem, die Krim, Danzig, Elsass, Sizilien - ach Gott, wohl kein kein Ort auf dieser Erde, an den nicht die verschiedensten historischen Ansprüche gestellt könnten. Irgendjemand wird sich immer benachteiligt fühlen. Wer aber das Ergebnis von geschichtlichen Veränderungen nicht akzeptiert, ist dazu verdammt, vergangene Kriege noch mal zu führen. Gerechtigkeit ist aus der Geschichte selten erwachsen und ist auch nicht herstellbar, wenn historische Veränderungen wieder rückgängig gemacht werden.


Das Problem der »Weltretter« ist, dass sie ein Kollektiv, eine Gemeinschaft benötigen.

1. April 2018

Der Mitläufer – Wie das Buch entstand

Mein Freund Hermann ist schuld, weil der sich über den König Ubu krumm lachte. Nein, ich will keine falsche Erwartungen wecken, dieses Büchlein von mir hat absolut keine Ähnlichkeit mit den Werken des Bürgerschrecks Alfred Jarry, nicht mal ansatzweise. Aber es ist die Art zu fühlen, vielleicht auch zu denken, sich die Menschen so in ihrer Umwelt vorzustellen, wie sie eigentlich sind – der Wahrheit also über Imagenationen näher zu kommen – die mich faszinierte. Schon der von mir herzlich verachtete Denker Adorno sprach von einer anderen Eigentlichkeit von Dingen und nicht nur er, also darf ich das auch.

Eigentlich ist der Mitläufer, ab Seite 15 beschrieben, kein Läufer, er hat gar keine Beine und demzufolge auch keinen Standpunkt. Er wird von der Masse gezogen, müsste also eher Mitgezogener heißen. Ja so ist das mit der Eigentlichkeit, manchmal sind schon die Worte, die etwas beschreiben, bereits das Problem, etwas wird vorgetäuscht.

29. März 2018

Nachdenkskizzen, launisch Gekritzeltes auch

Im Zeitalter der sozialen Medien – Kurznachrichten und Minitexte schwirren in wahrscheinlich astronomisch großen Mengen durchs Netz – sammelt sich auch bei mir so einiges an, das, wenn man es eben nicht gleich löscht, doch später wieder von Interesse sein kann. Es ist geradezu so, als wären Stammtischgespräche aufgezeichnet wurden, deren Bandbreite auch als von tiefgründig bis pöbelhaft durchaus bekannt ist. Die meisten dieser Kurznachrichten, ich schrieb sie mir in einer Textdatei, werden dann doch irgendwann gelöscht. Einige von denen allerdings, fand ich, mit etwas zeitlichen Abstand, zu schade zum Wegwerfen. Und so entstand daraus eine Serie auf Glitzerwasser, die ich »Schnipsel« nannte.

4. März 2018

Moscht gegen Essig

Heute ist ein Tag der vielfältigen Entscheidungen. Die erste ist schon gefallen, in ihrem Mitgliedervotum meinte die Mehrzahl der SPDler noch mal eine GroKo mit der Merkel machen zu können. Ob ich es so erwartet habe, ist egal, von der SPD erwarte ich mir grundsätzlich nichts. Auch fällt es mir schwer, sonst durchaus zur Empathie fähig, mich in die Köpfe der Sozis hineinzudenken. Ich werfe der SPD nicht vor, dass sie einen Haufen Unsinn verzapft und politisch umzusetzen versucht. Aber dass sie sich vier weitere Jahre mit Merkel ins Bett legt, damit diese Person an der Macht hält, das verzeihe ich den Sozis nicht.