19. April 2018

Speisung der Millionen – oder das BIO-Wunder

Ein Wunder ist geschehen, die Speisung der 5000 mit fünf Laib Brot und zwei Fischen ist geradezu mickrig dagegen: BIO schafft vergleichbares mit Millionen von Verbrauchern. „Der Umsatz an Bio-Lebensmitteln in Deutschland hat sich seit 2000 verfünffacht – von 2,1 auf rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2017“, ist bei Civey zu lesen.

OK, aber wie viel ist das? Statista meldet, dass die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland für Nahrungsmittel im Jahr 2017 rund 154 Mrd. € betragen hätte. Ob auch bei den BIO-Lebensmitteln nur der private Verbrauch gerechnet wurde, ist nicht beschrieben, aber auch nicht relevant für die nun folgenden Zahlen.

15. April 2018

Deutsche Fragen

Nun haben wir das Dilemma: wohin gehört Deutschland? Die Westbindung, in der sich die Bundesrepublik in der Nachkriegszeit eingerichtet hatte und die mit der Eigenzuordnung zu den Projekten EU und NATO eine Selbstbeschreibung überflüssig gemacht hatte, wird nun hinterfragt. Die Risse gehen durch alle möglichen politischen Parteien. Ein bisschen haben diejenigen, die sich in der alten Bundesrepublik eingerichtet hatten, noch die Hoffnung, das Projekt europäische Einigung könnte sie von der Notwendigkeit befreien, nun endlich einmal eine Selbstbeschreibung vorzunehmen.

Was ist Deutschland, was ist ein Deutscher, eine Deutsche? Offene Münder hinterlässt diese Frage, vor Ratlosigkeit nach Luft schnappend und in Erklärungen aus Schulbüchern suchend, was für den Beobachter eigentlich Antwort genug ist.

12. April 2018

Farben, eine Homepage, Digitalisierung und das Gewissen der Zeit

Kürzlich machte ich mich auf, meine Homepage neu zu gestalten. Mit ein paar Klicks, so etwa der Anbieter des Hompage-Baukastens, ist diese im Handumdrehen fertig. Design aussuchen, Texte und Fotos einfügen, das wars. Pustekuchen! Bei mir hat dieses Handumdrehen etwa zwei Wochen gedauert. Wobei, genau genommen, das was heute da zu sehen ist, war tatsächlich recht schnell gebaut, aber was davor geschah: oh je!

Der Ärger begann mit den Farben, die verwendeten sollten harmonieren und insgesamt zum Thema passen. Also erst mal ein Konzept im Kopf erstellen. Dafür hilfreich war ein Farbtonfächer, so einer mit dem der Maler seinen Kunden bei der Raumgestaltung hilft. Ich hatte noch einen rumliegen, also zog ich dieses Hilfsmittel als Unterstützung für meine Inspiration her. Die Kinder und meine Frau gaben ebenfalls ihre Kommentare ab, welche Farbkombinationen denn harmonieren und welche nicht. Gut, bis dahin hat es noch Spaß gemacht. Wenn der Maler seine Musterkataloge von Tapeten oder Bodenbelägen dem Kunden präsentiert, dann ist das auch noch schön. Ihr ahnt es sicher, was nun kommt.

2. April 2018

Schnipsel 2018 – Erste Sammlung

„Dunkler Teint!” Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen, wie die politisch korrekte Sprache Einzug in Personenbeschreibungen hält.


Jerusalem, die Krim, Danzig, Elsass, Sizilien - ach Gott, wohl kein kein Ort auf dieser Erde, an den nicht die verschiedensten historischen Ansprüche gestellt könnten. Irgendjemand wird sich immer benachteiligt fühlen. Wer aber das Ergebnis von geschichtlichen Veränderungen nicht akzeptiert, ist dazu verdammt, vergangene Kriege noch mal zu führen. Gerechtigkeit ist aus der Geschichte selten erwachsen und ist auch nicht herstellbar, wenn historische Veränderungen wieder rückgängig gemacht werden.


Das Problem der »Weltretter« ist, dass sie ein Kollektiv, eine Gemeinschaft benötigen.

1. April 2018

Der Mitläufer – Wie das Buch entstand

Mein Freund Hermann ist schuld, weil der sich über den König Ubu krumm lachte. Nein, ich will keine falsche Erwartungen wecken, dieses Büchlein von mir hat absolut keine Ähnlichkeit mit den Werken des Bürgerschrecks Alfred Jarry, nicht mal ansatzweise. Aber es ist die Art zu fühlen, vielleicht auch zu denken, sich die Menschen so in ihrer Umwelt vorzustellen, wie sie eigentlich sind – der Wahrheit also über Imagenationen näher zu kommen – die mich faszinierte. Schon der von mir herzlich verachtete Denker Adorno sprach von einer anderen Eigentlichkeit von Dingen und nicht nur er, also darf ich das auch.

Eigentlich ist der Mitläufer, ab Seite 15 beschrieben, kein Läufer, er hat gar keine Beine und demzufolge auch keinen Standpunkt. Er wird von der Masse gezogen, müsste also eher Mitgezogener heißen. Ja so ist das mit der Eigentlichkeit, manchmal sind schon die Worte, die etwas beschreiben, bereits das Problem, etwas wird vorgetäuscht.