Oktober 13, 2018

Schnipsel 2018, Sechste Sammlung

Was alle diese Sachsen-Basher nicht wissen und ahnen bei ihren Diffamierungen: Der Sachse fühlt sich als Diffamierter befreit, es befreit ihn davon, in politisch korrekter Sprache sprechen zu müssen.


Eines der Fehler des Grundgesetzes ist die Konstruktion der Bundesversammlung, die so nur erschaffen wurde, weil man Angst vor einer Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk hatte.


Zehr Minuten Presseclub und es ist klar, die Botschaft vergewaltigt die Analyse.


Ich traue keiner Wahrheitsordnung, keiner Ideologie, keiner Religion, die meint, ohne die Mystik auskommen zu können. Sie verachten dann das Unerklärbare, das lediglich Gefühlte, das Inspirierte, ja sogar die Kunst.

Oktober 11, 2018

Im Spannungsfeld |1 – Das Personenregister

Manchmal ist statt einer Inhaltsbeschreibung die Angabe der Personen, die im Buch zitiert werden, auf die Bezug genommen wird oder als Quelle genannt sind, viel aussagekräftiger. Deshalb hier die Liste dieser Personen, mit der Seitenzahl auf der sie dort, im Ersten Buch der Reihe ›Im Spannungsfeld‹, genannt sind.

Konrad Adenauer – 47, 55
Peter Altmaier – 56, 101 ff., 239
Jörg Asmussen – 55
Franz von Assisi – 228
Jan Assmann – 124
Jörg Baberowski – 270

Oktober 01, 2018

Wenn Namen lügen

Wenn es um Abgaben geht, oder Steuern und Gebühren, so waren diejenigen, die kassieren wollen, in der Regel der Staat – aber auch Zwangsversicherungen – schon immer sehr kreativ diesen Vorgängen Namen zu geben der den wirklichen Charakter der Abgabe verschleiert. Der Arbeitgeberanteil zu den Sozialversicherungen ist eine solche Täuschung oder auch die staatliche Rentenversicherung, welche eigentlich keine Versicherung ist, sondern eine Abgabe für die heutigen Rentner.

Die Bezeichnung Arbeitgeberanteil ist besonders dreist, suggeriert diese doch, der Arbeitgeber würde den aus seiner Tasche zahlen, dabei ist dies eine reine Lohn- oder Gehaltszahlung. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen für Arbeitnehmer betrug,

September 01, 2018

Schnipsel 2018, Fünfte Sammlung

Yuko NISHIO: „Die Heimat, bzw. das Heimatgefühl, des einen, kann die Heimat des andern entfremden und zu einer negativen Nicht-Heimat wandeln.“
Genau das ist ein Kollateralschaden des Multikulti.


Die Grünen wollen Gott spielen, sind verärgert über die Entwicklung die die Menschheit nahm. Technik, Gesellschaften, alles was durch »den Menschen« entstand, ist vom Teufel. Sie wissen das, denn sie sind ja Gottgleich und die Propheten ihrer selbst. Nur was »ohne den Menschen« entstand, findet Gnade vor ihren Augen. Alles andere ist vom Teufel korrumpiert. Dabei macht es keinen Unterschied ob es sich um Gedanken, um Wissen, um Theorien oder um greifbare Dinge handelt. Eine neue Sintflut soll es nun richten und alles zerstören, was aus ihrer Sicht falsch gelaufen ist. Es geht ums zerstören was ist.

August 30, 2018

Daniel’s Vater

Daniel Inouye, ein Ami mit japanischer Abstammung und späterer Senator für den Bundesstaat Hawaii, seine Eltern waren noch in Japan geboren, zog als Freiwilliger für sein Land in den 2. Weltkrieg: für die USA! Wie sähe das heute in Deutschland aus, bei den Einwanderern in der 2. Generation? Für welches Land würden die sich im Ernstfall mehrheitlich entscheiden! Für das Herkunftsland ihrer Eltern, oder für das in dem sie aufgewachsen sind? Für Daniel Inouye stellte sich diese Frage nicht, er empfand sich als Amerikaner, obwohl Menschen mit japanischer Abstammung mit Beginn des Krieges erheblichen Repressalien ausgesetzt waren. Sie galten als Sicherheitsrisiko (Enemy Alien) und wurden entsprechend behandelt.

August 28, 2018

Disruptives, Zerstörerisches, Falschspieler und die neuen Menschen

„Mach kaputt, was dich kaputt macht“, so war einst aus Spontikreisen zu vernehmen, „kreative Zerstörung“ wird es heute eher genannt. Damit verwandt ist dieses neue Modewort „Disruptiv“. Kontinuierliche evolutionäre Entwicklung war der Weg in eine Sackgasse, aus der es nun nicht mehr weitergeht. Manche, wie die Katastrophisten, sind gar der Meinung, entscheidende Entwicklungsschritte werden erst durch Katastrophen ausgelöst. Aus dem was war, hätte nie das entstehen können, was es heute ist.

Die Zerstörungswut gegenüber dem Bestehenden, ohne eine schlüssige Antwort auf die Frage zu haben: „Wie geht es weiter?“ ist nicht ein Mangel an politischen Ideen, sondern den Wunsch nach Auflösung von Abhängigkeiten geschuldet. Das Neue, wie es die Zerstörer haben wollen, kann nicht aus dem Alten entstehen, dies muss erst weg. Es spielt dann auch keine Rolle mehr, ob das Alte sich im Laufe der Zeit bewährt hatte, ob es als Lösung für Probleme oder Aufgaben taugt – es muss weg!

August 06, 2018

#MeTwo – Nein Danke!

Man sieht meiner fast erwachsenen Tochter ihre asiatische Abstammung an, außerdem ist sie genau so klein wie ihre Mutter, eine Philippina. Etwas dunkle Haut, eindeutige asiatische Gesichtszüge und dazu noch nicht mal anderthalb Meter groß. Sie leidet darunter, möchte gerne größer sein, weißer, wie eine Deutsche aussehen. Ich kann ihr dabei nicht helfen, doch oft erwähne ich, dass Schönheit immer im Auge des Betrachters entsteht und sie für mich eines der schönsten Mädchen ist was ich kenne – und das ist nicht gelogen, sie weiß das.

Manchmal allerdings beschimpfe ich sie, nenne sie Zwerg oder Quarkneger.

Juli 28, 2018

Schnipsel 2018, Vierte Sammlung

Okkupation läuft so ab, dass junge Männer die ersten sind, die Vorhut. Sie bauen die Brücken für die Nachkommenden. Flucht dagegen läuft so ab, dass zuerst die Frauen und Kinder in Sicherheit gebracht werden. Wir haben es also heute mehrheitlich nicht mit Flüchtlingen sondern mit Okkupanten zu tun.


„Migranten überweisen fast 18 Milliarden Euro in Herkunftsländer,“ ist nun überall zu lesen. Was das aber bedeutet, das beschrieb ich schon vor Jahren: „Jeder aufgenommene Flüchtling wird, wenn er das erste Geld in die Heimat geschickt hat, weitere generieren.“


Die CSU muss Macht und Identität miteinander verbinden, dieses Problem hat die CDU nicht, denen genügt die Macht, eine Identität haben sie schon geraume Zeit nicht mehr.

Juli 18, 2018

Ein Tag am See

Eine Gruppe junger Männer, ein paar wenige Frauen waren auch dabei, trafen sich am See und begannen schon am Morgen mit der Party. Bier- und Wodkaflaschen gingen rum, es wurde rum geschrien und gepöbelt. Letzteres nehme ich mal an, ich konnte nicht verstehen, was sie sagten, in irgendeiner osteuropäischen Sprache geschah es. Wahrscheinlich kroatisch, ich glaubte auch die Bezeichnung ›Kurva‹ vernommen zu haben, jedenfalls wurde eine der Frauen so bezeichnet. Es war der Tag vor dem Endspiel der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft, vielleicht feiern die sich deswegen, so dachte ich mir. Die Zuordnung ist aber nicht so wichtig.

Für andere anwesende insgesamt eine sehr unschöne Situation: sich aggressiv gebärende, schon am Morgen halb besoffene junge Männer, an einem Platz, an dem ich mit meinen Kindern baden gehen und ein neues Schlauchboot ausprobieren wollte. Ich bin dann auch nicht der Typ, der ruhig bleibt, und machte deutlich, dass ich von ihnen erwarte, sich hier zivilisiert zu benehmen. Es hat nicht viel genutzt, komisch nur, als meine Frau einen der Pöbler mit dem Wort ›Respekt!‹ anschrie, war kurz Stille. Respekt! Respekt! Respekt! wiederholte er eher leise und es schien ihm zu dämmern,

Juni 22, 2018

Geheimunternehmen Kohleausstieg

„Die Kommission zur Planung des Kohleausstiegs soll grundsätzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagen. Auch die Ergebnisprotokolle der Sitzungen sollen vertraulich sein, wie es in einem Entwurf der Geschäftsordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt. Die 31 Kommissionsmitglieder, von denen 28 stimmberechtigt sind, werden demzufolge zur Vertraulichkeit verpflichtet.“ wird vermeldet.

MMM (Merkel, Murks und Mauschelei) in Reinkultur. In Sonntagsreden wird von Transparenz geredet, dies von der Wirtschaft eingefordert, wenn es aber darum geht politische Entscheidungsprozesse nachvollziehbar, also transparent zu machen, dann ist schnell Schluss mit lustig.

Die Mutter- oder Vaterwerte

Werte sind wie Sprachen. Wer sie in der Wiege gelegt bekam, über die Umgebungskultur absorbierte, nimmt sie als Selbstverständlichkeit wahr. Wir sollten in diesem Zusammenhang von »Mutterwerten« oder »Vaterwerten« sprechen und denken. Nicht in Form von Vermächtnissen aus der Vergangenheit, sondern als etwas lebendig erlebtes im Hier und Jetzt. Werte werden intuitiv erlernt, wenn man in diesem Werteraum aufwächst. Sollen sie durch andere Werte ersetzt werden, setzt dies bedingungsloses kritisches Reflektieren der eigenen Herkunft voraus. Dann aber, und das merkt man beispielsweise Menschen wie Hamed Abdel-Samad oder Imad Karim und anderen an, Menschen also, die die Kultur der sie entstammen sehr kritisch reflektieren, dann entfalten diese neu erlernten Werte so etwas wie eine identitäre Wirkung. Sie werden zur neuen Heimat, vielleicht auch Ersatzheimat.

Juni 21, 2018

Schnipsel 2018, Dritte Sammlung

Die »Offenbarung des Johannes« war mein religiöser Scheitelpunkt, von da an sah ich »Glauben« zunehmend kritisch. Nicht ganz unschuldig an dieser Kehrtwende war ein evangelischer Pfarrer der Kirchengemeinde meines Geburtsortes, mit dem ich als Teenager viele ausführliche Gespräche führte. Er erklärte mir nämlich, dass, schon als die Schriften zum Neuen Testament zusammen gestellt worden, gerade die »Apokalypse« sehr umstritten gewesen sei und nicht ganz einmütig in den Kanon der Schriften aufgenommen wurde. Von da an erschien mir das die »Heilige Schrift« nicht mehr als etwas von Gott gemachtes, sondern als menschliche Gedanken über Gott. Hierin erscheint mir auch der größte Unterschied zum Koran, der dies ja ausdrücklich ausschließt, von sich behauptet, das Wort Gottes zu sein.

Juni 09, 2018

Das Pfeifen im Stadion

Die Pfiffe gegen die türkischstämmigen deutschen Fußballnationalspieler Gündogan und Özil, live in jedes Wohnzimmer übertragen, wirken auch wie ein Angriff auf die Schweigespirale des ›Politisch Korrekten‹ und hat Bedeutung weit über den Fußball hinaus. Die Pfiffe zeigen an, aus Latenz wurde Präsenz, aus gefühlten Unmut wurde artikulierter Protest. So was kann zum Selbstläufer werden, alle Revolutionen beginnen so, und auch diejenigen anspornen, die sich bislang nicht trauten den Mund aufzumachen und vom Charakter eher Mitläufer sind. Nun der Sicherheit der Masse beraubt, suchen sie sich neue Orientierungspunkte, was gleichzeitig bewirkt, dass dem Mainstream nicht mehr vertraut werden kann, er ist möglicherweise keiner mehr.

Juni 05, 2018

Gauland und die Frankfurter

Hier geht es nicht nur um die möglicherweise falsche Wortwahl Gaulands bei seiner kürzlichen Rede vor der ›Jungen Alternative‹. Die Aufregung kommt von der Angst um die Identität der Deutschen. Diese ist nämlich seit 45 ebenso beschwiegen wie umstritten. Eigentlich hat Gauland nur eine Rechnung mit der Frankfurter Schule offen, die alles deutsche nur zu gerne mit einem wie auch immer gearteten oder selbst konstruierten Nazisein verbanden. Denen, und deren Ideologie, galt der Angriff: Sie sollen sich nicht so aufblasen, die Nazizeit drückt nicht den Charakter der Deutschen aus, sie ist nur ein Ausrutscher in der Geschichte. Die früheren Äußerungen Gaulands insbesondere zu Bismarck lassen erahnen, woher er seine Erkenntnis über den Charakter der Deutschen her hat: Von der Sattelzeit, wie es die Historiker nennen und das lange 19. Jahrhundert. Von der Französischen Revolution bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. In diesem Jahrhundert, genau genommen etwa anderthalb Jahrhunderte, zeigte sich Wesensart und Potential des Deutschen Volkes, und als Patriot, als der sich sicherlich Gauland versteht, hängt er an dieser Zeit.

Mai 21, 2018

Die Verwandlung des Individualisten

Michael Klonovsky, der zu den Erstunterzeichnern der Gemeinsamen Erklärung gehört, kündigte an, man werde die Initiative in einen eingetragenen Verein umwandeln.“ So war zu lesen.

Wenn das so kommt, und man mich lässt, dann werde ich diesem Verein beitreten. Es wird dann der erste politische Verein sein, dessen Mitglied ich bin. Selbst in der DDR hielt ich mich aus allen möglichen Organisationen raus. Ob FDJ, ob Gewerkschaft, Parteien sowieso, selbst der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft habe ich die kalte Schulter gezeigt.

Mai 10, 2018

Schnipsel 2018, Zweite Sammlung

 
Meine Frau ist Filipina, hat noch die philippinische Staatsbürgerschaft und nicht vor in die deutsche zu wechseln. Die Kinder haben beide Staatsbürgerschaften, eben die der Eltern. Wer weiß, so denke ich heute manchmal, für was das noch gut sein kann, wenn es mit Deutschland und Europa so weitergeht.

 
Ich hatte immer Alternativen im Denken, immer konnte ich mir vorstellen, in einer anderen Welt, als der mich gegenwärtig umgebenden, zu sein.

 
Als meine Freunde und Kumpels, die welche später bei den Grünen und anderen Esoterikern landeten, mit Hingabe Hesse lasen, Joan Baez, Bob Dylan oder Leonard Cohen hörten, hörte ich lieber Led Zeppelin und las Canetti, Kerouac und Diderot.

 
Mitläufer und Opportunisten in totalitären Systemen, sind diese Art von Opfer, die sich freiwillig und zum scheinbar eigenen Vorteil, mit ihren Freiern und Zuhältern ins Bett legen. Sie sind im Grunde Prostituierte.

Mai 07, 2018

Die Macht der Religion

Eine meiner Töchter meinte kürzlich, nach dem sie fragte, ob ich denn auch in der Schule Präsentationen hätte machen müssen, dass meine Schulzeit besser gewesen sei. Sie hat nämlich immer Bammel davor, spricht zu schnell, verhaspelt sich, ist nervös und aufgeregt, wenn sie vor anderen Menschen sprechen soll. Nun ja, antworte ich ihr, wir mussten noch Gedichte auswendig lernen und sie dann vortragen, und das ist sicher auch nicht viel einfacher. Zumindest für diejenigen, die nicht gerne vor einer Gruppe sprechen. Aber in der Tat, mit einem hat sie recht, eigene Gedanken und Herleitungen mussten wir nicht vortragen. Es wurde ja auch nicht viel Wert auf eigene Schlussfolgerungen gelegt, sondern lediglich eine Wiederholung dessen was man uns einbläute.

Einmal allerdings, die Deutschlehrerin fragte danach, wie wir die Fabel von einer Raupe denn verstehen. Nein, nicht die mit dem Schmetterling, sondern eine andere. Den Autor habe ich vergessen und auch momentan nichts per Suchmaschine gefunden. Also aus dem Kopf:

April 29, 2018

Der Rosengärtner

Das Haus des Rosengärtners steht in Flammen, er weiß nicht warum. Hat es jemand angezündet, ein technischer Defekt, oder vergaß er etwas auf Herd? Egal, die Feuerwehr wird den Brand löschen, so hofft er, er kann nichts tun und möchte am liebsten nur in seinen Garten gehen und an den Blüten schnuppern und träumen davon, was sein könnte. Erst wenn der Gestank und der Rauch des Brandes in den Rosengarten weht und es unmöglich wird an den Blumen zu riechen, dann wird er erkennen, es ist nicht die Zeit der Träume, sondern der Taten. Wird der Brand nicht gelöscht, kommen dann irgendwann die Bagger, um die Ruine, also das was von seinem Haus noch übrig ist, abzureißen. Mag sein, dass ihn das wenig tangiert, sein Haus hatte ihn nie wirklich interessiert, es schien funktional, das musste genügen. Doch ob sein Rosengarten es überlebt, denn die Bagger und die Feuerwehr brauchen Platz zum Rangieren, ist unwahrscheinlich.

April 27, 2018

Der Nachbarsjunge ist tot

Das einzige Kind der Familie wuchs sehr behütetet auf, so berichtete mir meine Frau von einem Nachbarsjungen in Cebu/City, Philippinen. Nie durfte der Junge einfach nur mit den Kumpels spielen. So gut wie alles, was die anderen Kinder an diesem Ort so taten, wurde ihm verboten. Dann ertrank er im Meer. Er hatte sich von zu Hause davon geschlichen um einmal frei, so wie andere Kinder auch, sein zu können. Gelacht hätte er und wäre glücklich gewesen, als er mit einem Sack, gefüllt mit Styroporstücken, ins Wasser ging. Andere Kinder warnten ihn, dort wo er ins Wasser ging, war es zwar in diesem Moment ruhig, doch dann, wenn der Gezeitenwechsel einsetzt, kann es an dieser Stelle, der Meerenge zwischen den Inseln Mactan und Cebu, wegen der dann einsetzenden heftigen Strömungen ganz schön gefährlich werden. So war es dann auch, einen Tag später wurde der Junge von einem Fischer gefunden. Die Fürsorge der Eltern, die ihm verboten existentiell wichtige Erfahrungen zu sammeln, wurde ihm zum Verhängnis.

April 21, 2018

Politischer Ekel und die Erklärung2018

Ich ertrage es nicht mehr. Texte liegen herum, Videodateien sind gespeichert, alles Politik- und Gesellschaftsthemen betreffend, die mich interessieren sollten, ja die es immer taten. Kaum macht ein Politiker oder einer dieser komischen von Sendungsbewusstsein durchdrungen Journalisten, den Mund auf, da überkommt mich ein schwer zu definierendes Unwohlsein. Irgendwas ausspucken möchte ich, komme mir vor, als hätte ich eine verdorbene Frucht gebissen.

Dann versuche ich mich zu ermahnen, es sind ja alles nur Meinungen, Darstellungen einer anderen Weltsicht, der man doch argumentativ entgegentreten kann. Außerdem ist es ja auch interessant zu erfahren, wie denn andere ticken. Wie es in ihnen denkt, fühlt und gärt. Es nützt nichts, der widerliche Geschmack im Mund bleibt, er lässt sich nicht mehr neutralisieren. Also raus damit und Mund ausspülen.

April 19, 2018

Speisung der Millionen – oder das BIO-Wunder

Ein Wunder ist geschehen, die Speisung der 5000 mit fünf Laib Brot und zwei Fischen ist geradezu mickrig dagegen: BIO schafft vergleichbares mit Millionen von Verbrauchern. „Der Umsatz an Bio-Lebensmitteln in Deutschland hat sich seit 2000 verfünffacht – von 2,1 auf rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2017“, ist bei Civey zu lesen.

OK, aber wie viel ist das? Statista meldet, dass die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland für Nahrungsmittel im Jahr 2017 rund 154 Mrd. € betragen hätte. Ob auch bei den BIO-Lebensmitteln nur der private Verbrauch gerechnet wurde, ist nicht beschrieben, aber auch nicht relevant für die nun folgenden Zahlen.

April 15, 2018

Deutsche Fragen

Nun haben wir das Dilemma: wohin gehört Deutschland? Die Westbindung, in der sich die Bundesrepublik in der Nachkriegszeit eingerichtet hatte und die mit der Eigenzuordnung zu den Projekten EU und NATO eine Selbstbeschreibung überflüssig gemacht hatte, wird nun hinterfragt. Die Risse gehen durch alle möglichen politischen Parteien. Ein bisschen haben diejenigen, die sich in der alten Bundesrepublik eingerichtet hatten, noch die Hoffnung, das Projekt europäische Einigung könnte sie von der Notwendigkeit befreien, nun endlich einmal eine Selbstbeschreibung vorzunehmen.

Was ist Deutschland, was ist ein Deutscher, eine Deutsche? Offene Münder hinterlässt diese Frage, vor Ratlosigkeit nach Luft schnappend und in Erklärungen aus Schulbüchern suchend, was für den Beobachter eigentlich Antwort genug ist.

April 12, 2018

Farben, eine Homepage, Digitalisierung und das Gewissen der Zeit

Kürzlich machte ich mich auf, meine Homepage neu zu gestalten. Mit ein paar Klicks, so etwa der Anbieter des Hompage-Baukastens, ist diese im Handumdrehen fertig. Design aussuchen, Texte und Fotos einfügen, das wars. Pustekuchen! Bei mir hat dieses Handumdrehen etwa zwei Wochen gedauert. Wobei, genau genommen, das was heute da zu sehen ist, war tatsächlich recht schnell gebaut, aber was davor geschah: oh je!

Der Ärger begann mit den Farben, die verwendeten sollten harmonieren und insgesamt zum Thema passen. Also erst mal ein Konzept im Kopf erstellen. Dafür hilfreich war ein Farbtonfächer, so einer mit dem der Maler seinen Kunden bei der Raumgestaltung hilft. Ich hatte noch einen rumliegen, also zog ich dieses Hilfsmittel als Unterstützung für meine Inspiration her. Die Kinder und meine Frau gaben ebenfalls ihre Kommentare ab, welche Farbkombinationen denn harmonieren und welche nicht. Gut, bis dahin hat es noch Spaß gemacht. Wenn der Maler seine Musterkataloge von Tapeten oder Bodenbelägen dem Kunden präsentiert, dann ist das auch noch schön. Ihr ahnt es sicher, was nun kommt.

April 02, 2018

Schnipsel 2018 – Erste Sammlung

„Dunkler Teint!” Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen, wie die politisch korrekte Sprache Einzug in Personenbeschreibungen hält.


Jerusalem, die Krim, Danzig, Elsass, Sizilien - ach Gott, wohl kein kein Ort auf dieser Erde, an den nicht die verschiedensten historischen Ansprüche gestellt könnten. Irgendjemand wird sich immer benachteiligt fühlen. Wer aber das Ergebnis von geschichtlichen Veränderungen nicht akzeptiert, ist dazu verdammt, vergangene Kriege noch mal zu führen. Gerechtigkeit ist aus der Geschichte selten erwachsen und ist auch nicht herstellbar, wenn historische Veränderungen wieder rückgängig gemacht werden.


Das Problem der »Weltretter« ist, dass sie ein Kollektiv, eine Gemeinschaft benötigen.

April 01, 2018

Der Mitläufer – Wie das Buch entstand

Mein Freund Hermann ist schuld, weil der sich über den König Ubu krumm lachte. Nein, ich will keine falsche Erwartungen wecken, dieses Büchlein von mir hat absolut keine Ähnlichkeit mit den Werken des Bürgerschrecks Alfred Jarry, nicht mal ansatzweise. Aber es ist die Art zu fühlen, vielleicht auch zu denken, sich die Menschen so in ihrer Umwelt vorzustellen, wie sie eigentlich sind – der Wahrheit also über Imagenationen näher zu kommen – die mich faszinierte. Schon der von mir herzlich verachtete Denker Adorno sprach von einer anderen Eigentlichkeit von Dingen und nicht nur er, also darf ich das auch.

Eigentlich ist der Mitläufer, ab Seite 15 beschrieben, kein Läufer, er hat gar keine Beine und demzufolge auch keinen Standpunkt. Er wird von der Masse gezogen, müsste also eher Mitgezogener heißen. Ja so ist das mit der Eigentlichkeit, manchmal sind schon die Worte, die etwas beschreiben, bereits das Problem, etwas wird vorgetäuscht.

März 29, 2018

Nachdenkskizzen, launisch Gekritzeltes auch

Im Zeitalter der sozialen Medien – Kurznachrichten und Minitexte schwirren in wahrscheinlich astronomisch großen Mengen durchs Netz – sammelt sich auch bei mir so einiges an, das, wenn man es eben nicht gleich löscht, doch später wieder von Interesse sein kann. Es ist geradezu so, als wären Stammtischgespräche aufgezeichnet wurden, deren Bandbreite auch als von tiefgründig bis pöbelhaft durchaus bekannt ist. Die meisten dieser Kurznachrichten, ich schrieb sie mir in einer Textdatei, werden dann doch irgendwann gelöscht. Einige von denen allerdings, fand ich, mit etwas zeitlichen Abstand, zu schade zum Wegwerfen. Und so entstand daraus eine Serie auf Glitzerwasser, die ich »Schnipsel« nannte.

März 04, 2018

Moscht gegen Essig

Heute ist ein Tag der vielfältigen Entscheidungen. Die erste ist schon gefallen, in ihrem Mitgliedervotum meinte die Mehrzahl der SPDler noch mal eine GroKo mit der Merkel machen zu können. Ob ich es so erwartet habe, ist egal, von der SPD erwarte ich mir grundsätzlich nichts. Auch fällt es mir schwer, sonst durchaus zur Empathie fähig, mich in die Köpfe der Sozis hineinzudenken. Ich werfe der SPD nicht vor, dass sie einen Haufen Unsinn verzapft und politisch umzusetzen versucht. Aber dass sie sich vier weitere Jahre mit Merkel ins Bett legt, damit diese Person an der Macht hält, das verzeihe ich den Sozis nicht.

Februar 22, 2018

Die Trauernden und die Mörder

Wer Trauer nicht ernst nimmt, den Trauernden unterstellt, sie wären nur Nostalgiker, die von Vergangenem nicht lassen können, wird erleben, wie aus Trauer Wut wird. Die Trauernden wissen auch, Tote können nicht wieder erweckt werden, doch die, die getötet haben, wird die Wut treffen, wenn die Trauer vorbei ist.

Aus rein taktischen Gründen wäre es für die Mörder der alten Bundesrepublik daher angebracht, nicht über diejenigen zu lachen, die ihr nachtrauern. Sie sollten deren Trauer ernst nehmen und nicht hämisch grinsen. Sie sollten erklären oder verständlich machen, warum sie die alte Bundesrepublik töten mussten, vielleicht werden es die Trauernden verstehen und den Mördern nicht böse sein.

Februar 18, 2018

Der Handwerker und die politischen Kobolde

Ein Werkstück liegt auf der Werkbank, ein Stück Holz. Der Schreiner betrachtet es, Meister Eder wird er genannt, weil er so aussieht wie der Gustl Bayrhammer und eben Schreiner ist, wie diese Fernsehfigur und Freund des Pumuckls. Er hat kein Problem mit seinem Spitznamen, eigentlich fühlt er sich ein bisschen geschmeichelt, war doch im TV der Meister Eder, im Buch natürlich auch, durch seine Komplizenschaft mit dem Kobold allen anderen immer ein Stückchen voraus. Zumindest wusste er, warum all die sonderbaren Dinge geschahen, die sich die anderen nicht erklären konnten.

Februar 09, 2018

Danke ihr Genossen, für das Beispiel Schulz

Martin Schulz weg von der Bildfläche, wenn das mal keine gute Nachricht ist! Und wem oder was haben wir dieses zu verdanken? Der SPD selbst natürlich, ohne den drohenden Mitgliederentscheid über den mit der Union ausgehandelten Koalitionsvertrag, hätte es diesen Rückzug nicht gegeben. Sagt er ja freimütig selbst, der Schulz.

Keine Angst, ich werde nun kein Loblied auf innerparteiliche demokratische Strukturen in der SPD anstimmen, der Sozi-Kosmos war mir immer zu fremd und zu oberflächlich als dass ich da jemals einen Bezug hätte entwickeln können. Dennoch verdient der ursächliche Grund für Schulz’ Rücktritt, der Mitgliederentscheid eben, eine generelle Betrachtung. Plebiszitäre Elemente sind in der Politik so was wie ein Korrektiv, innerparteiliche Seilschaften werden dadurch, wie das Beispiel Schulz zeigt, in ihrer Wirkmächtigkeit eingeschränkt.

Februar 05, 2018

Ein paar Worte an die Trauernden

Ein Trauerzug zieht vorüber, ich halte Abstand, will nicht aufdringlich erscheinen, auch nicht Trauer heucheln, obwohl ich die Tote kannte. Doch ich respektiere die Gefühle der Angehörigen und Freunde der Verstorbenen, also halte ich mich fern und rufe nicht, obwohl es mir auf der Zunge liegt: „Um die ist es nicht schade“!

Nur um eines bitte ich euch: „Plärrt mir nicht eure Trauerreden in die Ohren, dreht die Lautsprecher runter!“ OK, ich kannte die Tote nicht als sie noch jung war. Wohl die wenigsten der heute hier jammernden und klagenden Anwesenden taten das. Ihr stand nämlich der Tod bereits Jahrzehnte ins Gesicht geschrieben, ihr habt es nur nicht gesehen. Mit viel Schminke gelang es ihr zwar kurzzeitig vital auszusehen, ein paar Jahre trug sie hauptsächlich Gelb auf, danach Augenlider und Lippen nur noch grün verkleistert, wer aber genau hinschaute, merkte schnell, es passt nicht mehr zusammen. Sie meinte, davon wird sie wieder jung, dabei konnte sie keinen Trend mehr setzen, sondern kopierte nur noch das, was gerade Modetrend schien.

Februar 03, 2018

Die Konferenz der Münzen

Münzen tragen ihr Wappen mit Stolz, früher waren oft Feldherren oder gar Könige eingeprägt. Ja ihre Prägung ist es, was ihren Wert im Alltag ausmacht, ihren Gebrauchswert anzeigt. Aus was sie besteht, aus welchem Material ihr Körper, ihre Eigenschaften und ihr Charakter sind, darüber machen sich die wenigsten, welche die Münze benutzten, wirklich Gedanken. Früher schon, da schien ihr Charakter wichtiger als ihre Prägung. Manchmal wurden nämlich, wenn der alte König gestürzt oder umgebracht war, Münzen einfach umgeprägt. Substanz zählte mehr als Oberfläche; war es Gold, war es Silber, unbedingt rein sollte es sein. Wurde daran manipuliert, wurde das Metall verfälscht, aus dem der Rohling gegossen wurde, dann nützte die schönste Prägung nichts mehr, kein wichtiger Kopf, kein Kaiser oder König konnte die Münze aufwerten, sie war wertlos geworden.

Januar 14, 2018

Der Wesentliche

Der Wesentliche hat sich viel angelesen, nicht systematisch, sondern partiell so wie es ihm vor die Nase gekommen ist. Die Auswahl seiner Lektüre wurde wie mit einer Fernbedienung vorgenommen, etwa so wie der unentschlossene TV-Seher durch die Kanäle zappt, dabei bequem auf dem Sofa sitzen bleibt, so wählt der Wesentliche aus den Schlagzeilen, die sich ihm aufdrängen, diejenigen aus, die ihm gerade am meisten ansprechen. Er hat sie alle gelesen, die Schlagzeilen, er weiß was auf allen Kanälen läuft. Das meiste davon hat er früher schon mal vernommen, Schlagzeilen wiederholen sich oft. Je öfter er sie liest, um so sicherer ist er sich zu wissen, was die Nachricht ist. Es ist die Kunst der Schlagzeilenmacher, einerseits bereits im Titel die Aussage kund zu tun, andererseits anzudeuten, dass im Text noch Wissenswertes verborgen sein könnte.

Januar 11, 2018

Der Hormesis-Effekt, oder länger leben dank Radioaktivität

«Studien haben gezeigt, dass tiefe Strahlungsdosen die Lebensspannen von Tieren und Menschen verlängern.» Mit dieser klaren Aussage zweier renommierter Fachleute provoziert die Basler Zeitung heute in einen Artikel über die Wirkung von radioaktiver Strahlung. Nun, so richtig neu ist das nicht, für diejenigen die sich dafür interessieren, doch für Fakten interessiert sich hierzulande kaum einer, schon gar nicht wenn es um Radioaktivität geht. Dabei gibt es belastbare Hinweise über den Hormesis-Effekt auch bei Radioaktivität. Zitat aus dem Artikel der Basler Zeitung:

„Ein unerwartetes Ergebnis zeigte auch eine Untersuchung in Taiwan, wo ab 1982 etwa 10'000 Menschen einer stark erhöhten Strahlung ausgesetzt waren. Der Grund war, dass Stahl, der im Hausbau eingesetzt wurde, wegen eines Industrieunfalls durch strahlendes Cobalt-60 versetzt war. Die Strahlung, die die Betroffenen in ihren Wohnungen während Jahren abgekommen haben, war im Schnitt etwa so stark wie diejenige, die anfänglich in der Sperrzone um das AKW Fukushima herrschte. Die Auswertung zeigte aber, dass die Betroffenen signifikant seltener an Krebs litten als die übrige Bevölkerung Taiwans. Zudem gab es weniger Fälle angeborener Missbildungen.