12. August 2019

Die Emotionsfalle

Heureka!, rief Archimedes von Syrakus aus, als er eine wichtige Erkenntnis erlangte. Mir geht es auch so, wenn ich eine Erklärung für ein Phänomen bekomme, Emotionen transportieren die Informationen, die die mir das Denken ermöglichen. So wie in der digitalen Welt die Elektrik die Informationen transportiert. Doch anders als da werden die Informationen im menschlichen Denken durch die Emotionen verändert.

2. August 2019

Wann würdest du kämpfen, Papa?

„Wann würdest du kämpfen, Papa?“, fragte gestern eine Tochter. Die Kinder hatten untereinander darüber gesprochen, was sie tun würden, wenn jemand sie töten möchte. Sie hatten die Nachrichten gesehen. „Kämpfen oder Wegrennen?“, schob sie als Frage nach.

27. Juli 2019

Integration oder Koexistenz?

„Konflikte entstehen nicht, weil die Integration von Migranten und Minderheiten fehlschlägt, sondern weil sie zunehmend gelingt.“

So steht es in der Vorankündigung eines Vortrages von Aladin El-Mafaalani, bekannt auch durch ein Buch zum Thema (Das Integrationsparadox, ISBN: 978-3-462-05164-3).

Ich will hier nicht das Buch besprechen und nur kurz auf seine Kernthese eingehen, die eben besagt, dass Konflikte nicht ein Zeichen von misslungener Integration sind, sondern das Gegenteil. Das ist ein wichtiger Punkt, der sozusagen um die Ecke klar macht, dass die meisten Deutschen ein völlig falsches Bild davon haben, was Integration ist.

20. Juli 2019

Schnipsel 2019, Siebente Sammlung

Für mich ist die Klimawandelfrage schon lange keine technische oder wissenschaftliche Frage mehr, sondern eine philosophische. Es hat mit der Sinnsuche im Dasein zu tun. Ich weiß, bislang stehe ich mit meiner Argumentation – dass nämlich Klimawandel- und Nachhaltigkeitsnarrative in erster Linie dazu nützen, dem Menschen wieder einen festen Platz im Raum zu geben, sprich eine Heimat – ziemlich allein da. Mal schauen wie lange noch.

20. Juni 2019

Schnipsel 2019, Sechste Sammlung

Wie müsste man eine Person beschreiben, in deren Schutz man sich begeben hat, die dann aber übergriffig wird?

Wie müsste man einen Staat beschreiben, der die Menschen, die er zu schützen vorgibt, ausraubt, sie enteignet und bevormundet?

Die Person wäre charakterlos, der Staat sozialistisch.

18. Juni 2019

Dossier: Heimat

Das Thema Heimat hat und hatte nie eine große Bedeutung in der öffentlichen Diskussion. Manchmal wird es kurz angerissen, bleibt aber meist im Gefühligen, ein jeder sagt lediglich, was er bei diesem Wort empfindet. Dies wird sich ändern, um den Begriff Heimat erwarte ich kommende Dispute, verbunden mit dem Versuch, ihr einen neuen politisch korrekten Sinn zu geben. Das fällt um so leichter, als eben bisher meist nur oberflächlich über sie gesprochen wird. Ich habe mir vorgenommen, mich in Zukunft mehr mit dem Thema zu beschäftigen und habe hier mal zusammengestellt, was bislang von mir dazu erschienen ist. In manchen Texten ist nicht mal das Wort „Heimat“ erwähnt, und doch stehen sie in diesem Kontext, des Seins im Dasein, was nicht ohne Heimat vorstellbar ist und eine Beschreibung dieses Raumes, was er für den Menschen bedeutet, notwendig macht.

17. Juni 2019

Die CDU nach Görlitz

Die CDU hat sich in die Hände der Linken und Grünen begeben – nicht nur die OB-Wahl in Görlitz zeigte dies deutlich – und wird nun selbst von den Dunkelroten, wie am Nasenring, durch die politische Arena geführt. Erst wenn sie sich von diesem Nasenring wieder befreit, wird ihr eigener Charakter wieder sichtbar. Doch dazu fehlt ihr der Mut, vor allem aber eine eigene Idee von sich selbst, was sie eigentlich ist.

13. Juni 2019

Die Heimat der Grünen – Nachtrag

Im ersten Teil wurde beschrieben, wie sich ein neues/altes Heimatgefühl zu etablieren beginnt, in welchem der Raum, die Subjekt-Objekt-Beziehung, wieder mehr und deutlich zur Geltung kommt. Während bisher die sozialen Beziehungen der Menschen im Heimatempfinden eine herausragende Rolle spielten, beginnt sich dies zu wandeln, die soziale Identität des Individuums wird zur Nebensache und gerät in den Hintergrund. Dies ist wahrscheinlich ein entscheidender Unterschied zur Blut-Volk-Boden Ideologie der Nazis – die ich im ersten Teil als Beispiel für den Raumbezug anführte und mit der grünen Ideologie verglich – bei der die soziale Bindung, also das Volk als Schicksalsgemeinschaft, noch deutlich im Vordergrund steht; das Volk und der Raum schienen verwoben, untrennbar gemacht.

29. Mai 2019

Die Heimat der Grünen

Menschen begehren eine Heimat, diese kann ein geistiges Konstrukt sein (ideologisch, religiös, kulturell) oder der Ort an dem der Mensch wurde. Meist ist eine Kombination aus beiden, oder wie es Peter Blickle beschreibt: Der Begriff Heimat bezieht sich auf einen Raum, seine Bewohner, Sitten und Bräuche, um sich selbst einer sozialen Ebene und der eigenen Identität zu versichern.

Die Grünen haben es geschafft, dieses Begehren nach Heimat anzusprechen, dieses Sehnsuchtsgefühl nach Zugehörigkeit und Geborgenheit, welches gleichzeitig dem eigenen ich einen Platz in der Welt zuweist und identitätsbeschreibend ist: Aus der Natur kommst du, du bist Natur, du wirst wieder in die Natur eingehen! Alle Erzählungen von Nachhaltigkeit und biologischen Kreisläufen bedienen diese Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit.

23. Mai 2019

Werkzeuge und Parteien

Es war ein eiskalter Wintertag, damals Anfang oder Mitte der Siebziger. Schon mindestens eine Woche war das schon so, kaum Wind, kein Schnee. Wir nannten es Kahlfrost, ein Wetter also, welches die Bauern und vor allem die Gärtner nicht mögen. Ich als Jugendlicher, noch Schüler, auch nicht. Doch ein Stubenhocker war ich nicht, was hätte ich auch zu Hause tun sollen. In meinem Zimmer, was ich mir mit meinem jüngeren Bruder teilte, gab es nur ein altes Radio, dann war es dort immer kalt, weil es nur sehr unzureichend mit einem alten Kohleofen beheizt werden konnte. Das Wohnzimmer war das Reich der Eltern und deren Blicken ständig ausgesetzt zu sein, das wollte ich mir auch nicht antun. Also ging es nach draußen, bei jedem Wetter, egal, alles war besser als zu Hause zu sein.

13. Mai 2019

Schnipsel 2019, Fünfte Sammlung

Schwer fällt es mir, die derzeitigen Umfragewerte für die Grünen zu verstehen? So gut wie alles was die fordern, läuft auf ein Desaster hinaus. Energie, EU, Verkehr, Bildung, Einwanderung … sind die Umfragen frisiert? – wahrscheinlich schon, zumindest zum Teil. Doch das erklärt es nicht. Was also verspricht sich der Grünen-Wähler von seiner Entscheidung? Was begehrt er? Es kann nur mit einer Art Sinnsuche zu tun haben, mit der Hoffnung, eine Erklärung für das eigene Dasein zu bekommen.

So gut wie alle alten sinngebenden Erzählungen verblassen und scheinen nicht mehr gültig. Die eigene Zuordnung zu einem Volk, zu einem Glauben, zu einer Religion, zu einer Identität, wie sie von den Vorfahren weiter gegeben wurde – alles dies verschwindet im Halbschatten, dort sind sie noch erkennbar, doch wirken sie wie Relikte aus einer vergangenen und unaufgeklärten Zeit und in diesem Sinn-Vakuum haben Scharlatane wie die Grünen ein leichtes Spiel.

13. April 2019

Schnipsel 2019, Vierte Sammlung

Einfach nichts tun, nicht lesen, nicht spielen, sondern einfach nur da sitzen und träumen oder beobachten. Genau das übe ich gerade wieder öfters. Das kann Spaß machen und geht ganz ohne Smartphone oder sonstige Hilfsmittel der Selbstablenkung vom Dasein. Andere meinen, dies sei Meditation. Das mag stimmen, nur mit dieser Beschreibung wird mein ›nichts tun‹ dann doch wieder zu einer Handlung, weshalb ich es ungern so nenne.

3. April 2019

Die Hybris der Gockel

Meine Generation hat in ihrer Jugend an der Freiheit geleckt, sie gefühlt und genossen, im Osten zwar nur imaginär, aber dennoch. Sie schmeckte wie das Frühjahr, so voller Versprechen. Nun verwelken die Blüten, der betörende Duft der Freiheit verschwindet. Kurz nur, eine, vielleicht zwei Generationen lang, glaubten die Menschen, die Welt wäre wirklich so, wie sie sie wahr nahmen. Doch es war nur ein Rausch. Und nun, im Kater danach, sind die Sinne beleidigt. Sie wollen nicht akzeptieren was sie sehen. Gebt uns unsere Versprechen, unsere Hoffnung wieder, schreien sie.

31. März 2019

Gut, Böse, Freund und Feind

Wir erleben eine Wiederkehr der Gut-Böse-Unterscheidung. Das Urteil des ›Jüngsten Gerichts‹ wird vornweg genommen. Vom Reich des Bösen wird gesprochen, mindestens gedacht. Dem Gegner wird Hinterhältigkeit unterstellt, sich selbst hehrer Motive attestiert. Hier die Guten, dort die Bösen, die eigene Moral verhüllt die Interessen, bei sich selbst, wie beim Gegner. Zu akzeptieren, dass auch der Gegner ›gute Gründe‹ für sein Tun hat, oder zumindest haben könnte, kommt den Kontrahenten nicht in den Sinn. Das Böse wäre ja dann auf einmal nicht mehr uneingeschränkt böse, das Gute nicht mehr gut.

25. März 2019

Eigentlichkeiten

Im Wikipediaeintrag über Adornos Werk ›Jargon der Eigentlichkeit‹ ist zu lesen:

Der Jargon fungiere als „Kennmarke vergesellschafteter Erwähltheit", edel und anheimelnd in eins; Untersprache als Obersprache; der Jargon verwende "marktgängige Edelsubstantive", Worte die "klingen als ob sie Höheres sagten, als was sie bedeuten", die sakral sind ohne sakralen Gehalt, Effekt sind als Wirkung ohne Ursache, die ein "nicht vorhandenes Geheimnis" vorgeben, die eine "Himmelfahrt des Wortes, als wäre der Segen von oben in ihm zu lesen" suggerieren, ein "ständiges Tremolo" und eine "präfabrizierte Ergriffenheit".

Weiter steht da:

16. März 2019

Schnipsel 2019, Dritte Sammlung

Wir werden die Veränderungen in der Gesellschaft nicht ohne die Betrachtung des Begriffs und des Gefühls für „Heimat“ begreifen können. Heimat ist nicht mehr vorrangig so, wie sie Peter Blickle beschreibt, als ein Bild von einem Raum zu verstehen, das sich das Individuum macht, in dem es ein Zugehörigkeitsgefühl für seine Bewohner, Sitten und Gebräuche entwickelt, um sich selbst auf einer sozialen Ebene zu versichern und die eigene Identität zu stabilisieren.

Das hat sich gewandelt: nun ist Heimat ein idealistisches narratives Konstrukt, kein konkreter Ort mehr. Letztlich entwickelt die Imagenation einer Utopie ein Gefühl von Heimat.

10. März 2019

Eine Binse über die Familie

Die Verrücktheiten der Zeit zwingen einen manchmal, ganz einfache Binsen von sich geben, solche die eigentlich ins ›Wort zum Sonntag‹ gehören, dort aber schon lange nicht mehr auftauchen. Stattdessen da, wie überall, ständiges Gendergedöns, um nur einen Punkt aus den gegenwärtigen öffentlichen Aufregungen zu benennen. Meist geht es um empfundene Ungerechtigkeiten, oft konstruiert, und mit Statistiken wird mehr agitiert als argumentiert. Manches betrifft den Gehaltsunterschied für Frauen, den es vielleicht wirklich gibt, der aber erst mal gar nichts aussagt. Um den zu verstehen, muss die Familie betrachtet werden. Ich meine die richtige Familie, die mit Kindern, alles andere sind ja nur Partnerschaften. Beginnen wir mit dem Kindergarten oder der Schule.

18. Februar 2019

Schnipsel 2019, Zweite Sammlung

Barbarossa hatte die Nase voll und zog sich in den Kyffhäuser zurück. Dort wartet er bis heute, dass man ihn ruft. Die Romantiker in der CDU dachten, Barbarossa wäre aufgewacht und führt sie nun zurück in alte glorreiche Zeiten. Doch der war es nicht, sondern nur der Friedrich Merz. Der schaute aber nur kurz, um sich in den Kyffhäuser, hmm, nein zu Blackrock, wieder zurückzuziehen.

6. Februar 2019

Lest die Verfassung!

In einem netten Örtchen am Rande des Erzgebirges, hängte ein mutiger evangelischer Pfarrer zwei Plakate in die Fenster des örtlichen Pfarrhauses. Auf einem stand: „Lest die Bibel!“, auf dem anderen: „Lest die Verfassung!“. Das war 1968, in der DDR hatte die Staatsführung beschlossen, dem Lande eine neue Verfassung zu geben und darüber sollte eine Volksabstimmung stattfinden. ›Pro Forma‹ natürlich nur, die kommunistische Diktatur war längst etabliert und bis in die Köpfe der Menschen durch gedrungen, was heißt, Wahlen waren nur noch symbolisch. Die Menschen stimmten nicht über etwas ab, nein, sie gingen zur Wahl um nicht aufzufallen, um sich nicht verdächtig zu machen.

2. Februar 2019

Papa, gib Gas!

Wer Kinder hat die heute in Deutschland, in Baden-Württemberg sowieso, zur Schule gehen, der weiß wie diese im Sinne des Ökologismus oder ganz allgemein mit grüner Ideologie, indoktriniert werden. Ich verkneife es mir, hier die vielen kleinen und großen Übungen, oft versteckt in scheinbar anderer Thematik, zu erläutern. Es geschieht im Stil eines von mir so bezeichneten „kulturellen Exerzierens“.

Freilich könnte ich mich nun mit meinen Kindern zusammensetzen, mir berichten lassen was sie so ständig diesbezüglich über sich ergehen lassen müssen, um dann mit ihnen zusammen die jeweilige Ideologie, die immer dahinter steht, herauszufiltern und

18. Januar 2019

Schnipsel 2019, Erste Sammlung

Was bei der Debatte um CRISPR/Cas oft vergessen wird, die wesentliche Form der Manipulierung des Menschen durch Menschen wird die Erziehung bleiben. Der Mensch, so wie er ist, in seiner Komplexität, wird von seiner Umwelt geschaffen. Erziehung ist dabei der wichtigste Punkt, sie verändert, ja sie schafft den Menschen, wie er dann ist und wie er sich selbst wahr nimmt. In dieser Tiefe wird das nie irgendeine Genbearbeitungstechnologie schaffen. Die eigentlich gefährliche Menschenmacherei geschieht durch Pädagogik.

9. Januar 2019

Die Mauer der Ausgrenzung

In seinem Statement, nach dem Anschlag auf den AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz, betont Alexander Gauland auffallend oft, dass die Diffamierung der AfD und ihre Ausgrenzung eine wesentliche Ursache für die Gewalt gegen diese Partei ist (hier). Er führt explizit auch das Verhalten im Bundestag an, dass Kandidatenvorschläge von der AfD für Posten beispielsweise, entgegen demokratischer Tradition in diesem Parlament, abgelehnt werden mit der Unterstellung, die AfD wäre keine demokratische Partei.

Auf was zielt Gauland mit dieser Argumentation ab?

4. Januar 2019

Die Anhöhe

Im Dreieck zwischen Sielmingen, Wolfschlugen und Harthausen, einem überschaubaren Gebiet auf der Filderebene, also südlich von Stuttgart gelegen, gibt es eine kleine Anhöhe, von der sich sowohl meine Frau, als auch ich, uns vorstellen könnten, dort wohnen zu wollen. Natürlich ist es nicht möglich, es ist kein Bauland, nur Landwirtschaft scheint hier erlaubt. Freilich gibt es auch schönere Plätze für meine Frau, denn sie will die Lichter in der Nacht sehen und jedes Mal freut sie sich daran, wenn wir von Degerloch kommend, in Richtung Stuttgarter Talkessel fahren. Mir allerdings graust es vor der Vorstellung, hier wohnen zu müssen, möchte lieber raus aus der Stadt, lieber in die Berge, ans Meer, in eine weite Ebene, egal, Hauptsache die Lichter der Menschen sind weit weg.